Eintritt in den Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten schränkt die Lebensqualität der Potsdamerinnen und Potsdamer massiv ein

27.04.2011

Die Parks in Potsdam sind ein öffentliches Gut – das allen zugute kommen muss. Sie müssen der Allgemeinheit für eine öffentliche, verantwortungsvolle und kostenlose Nutzung zugänglich bleiben, erklärt Sascha Krämer, Vorsitzender DIE LINKE.Potsdam, nach den erneute Spekulationen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg über einen obligatorischen Eintritt in den Park Sanssouci. Dieser wird von der LINKEN kategorisch abgelehnt, so Krämer. Der  Park – nicht die darin befindenden Schlösser und Museen – hat eine wichtige Transit- und vor allem Erholungsfunktion. Er lädt jung und alt zum entspannen und zum genießen ein. Er ist ein Teil Potsdams. Darum muss der Eintritt frei bleiben! Der Anspruch der Stiftung „die Kulturgüter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen“ wird mit einem Eintrittgeld untergraben, erklärt Krämer. 

 

Eine erneute Diskussion über obligatorische Eintrittspreise kann zu einem Negativ-Image führen, denkt Krämer. Sowohl unter den Potsdamern als auch bei den Touristen. Was ist, wenn Eintritt genommen wird und der Pflegezustand des Garten ändert sich nicht? Wo ist der Mehrwert für den Besucher? Dann entsteht leicht der Eindruck der Abzocke. Die Besucher des Parks Sanssouci schätzen, genießen und achten das einmalige Ensemble aus Gartenbaukunst und Architektur - das auch ohne Eintrittsgelder.

 

Es muss hier auch erwähnt werden, dass der Bürger bereits für den Erhalt und die Pflege der Parks zahlt. Damit die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg hat ihren Aufgabe, die Kulturgüter zu pflegen und zu bewahren, sie wissenschaftlich auszuwerten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, erfüllen kann, erhält sie vom Bund und von den Ländern Berlin und Brandenburg jährlich Mittel im Gesamtvolumen von 32,2 Millionen Euro. Davon finanzieren der Bund 13,9 Millionen Euro, Brandenburg 11,7 Millionen Euro und Berlin 6,6 Millionen Euro. Weiterhin wurde 2009 ein Sonderinvestitionsprogramm der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) beschlossen. Dieses Abkommen tritt rückwirkend zum 1. Januar 2008 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2017. Der Bund stellt hierfür 77,5 Millionen Euro bereit. Die Länder Brandenburg und Berlin beteiligen sich mit der gleichen Summe von 77,5 Millionen Euro, wobei Brandenburg insgesamt 53,0 Millionen Euro und Berlin 24,5 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Fördervolumen in den nächsten zehn Jahren beträgt insgesamt 155 Millionen Euro. Zwei Jahre vor Ablauf dieses Abkommens werden Bund und Länder über ein Folgeabkommen verhandeln. 

 

„Politik muss andere Wege finden, um den Erhalt der Gärten zu gewährleisten. So könnten zum Beispiel Mittel aus dem Vermögen der Partei- und Massenorganisationen aus DDR-Zeiten dafür eingesetzt werden. 2 Mil. Euro aus diesem Vermögen werden derzeit für den Wiederaufbau der Garnisonkirche verwendet. Man hätte mit diesen Mitteln die Parks und Gärten der SPSG erhalten können. Auch könnte man über eine Taxe für Übernachtungen von Touristen in Potsdam nachdenken, die der Stiftung zufließt, so Ronny Besançon vom Ortsverband Potsdam West der LINKEN in Potsdam. 

 

„Die Stiftung wird sich mit diesen Vorschlägen nicht sehr beliebt machen. Die Potsdamer Bürgerinnen und Bürger werden sich gegen diesen Vorschlag zur Wehr setzen. Damit kann die Stiftung in jedem Fall rechnen. Eine weitere Bürgerinitiative für freien Parkeintritt wird Potsdam auch noch vertragen. Und auch die würde für mehr Beteiligung und gegen den fortschreitenden Ausschluss der Bürgerinnen und Bürger in Potsdam streiten“, erklärt Besançon weiter.  

Sascha Krämer und Ronny Besançon für DIE LINKE Potsdam

 

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