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Behindertenbeirat Potsdam

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Aktuelle Meldungen

Die Arbeit des BBP mit den Fraktionen der Landeshauptstadt Potsdam

(03.11.2010)

Mit der Wahl des neuen Behindertenbeirates der Landeshauptstadt Potsdam (BBP) im Jahre 2009 änderten sich viele bisherige organisatorische Aufgaben. Der BBP wurde erstmals in seinen Aufgaben mit in der Hauptsatzung Potsdams eingebunden. Daraus ergaben sich für die gewählten Mitglieder nicht nur neue Aufgaben, welche bis dato nicht wahrnehmbar waren, sondern auch die verschiedensten Möglichkeiten auf die Belange behinderter Menschen in Potsdam hinzuweisen. Eine dieser neuen Aufgaben, Recht und Pflicht war die Besetzung als sachkundiger Bürger in den Ausschüssen der Stadt. Erstmals sind hier die Vertreter des BBP als fester Bestandteil verankert mit Rede und Meinungsrecht. Für viele war dieses jedoch etwas Neues und Unbekanntes. Wer waren wir und was sind unsere Ziele? Aus diesem Grunde suchten wir das Gespräch mit den Fraktionen. Nacheinander wurden wir vorstellig bei den Parteien. Dabei begleitete der Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Herr Karsten Häschel, die Mitglieder zu den Terminen. Allen stellten wir unser Konzept vor, welches für die behinderten Bürger eine möglichst gute Lösung Ihrer Probleme beinhaltete. Dabei ging es nicht darum, hier Unmengen an Geld zu fordern. Vorrangiges Ziel ist,  gemeinsam ins Gespräch zu kommen, unser Wissen und Erfahrung an die Entscheidungsträger weiterzugeben  und möglichst frühzeitig so Ansprechpartner zu haben. Letztlich haben diese dann die Möglichkeit rechtzeitig zu agieren,  bevor man sich den Unmut einiger Bevölkerungsteile zuzieht. Seitens der Fraktionen bemerkten wir auch den Gesprächsbedarf. So war eine Frage immer wieder an uns gestellt: Wo klemmt es momentan? Was ist am schnellsten lösbar? Der Beirat wird sich in Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeauftragten, Herrn Häschel, aktiv an der Erstellung eines Teilhabeplans beteiligen und gemeinsam mit den Fraktionen erörtern. Das von heut auf morgen nicht alles umsetzbar ist, wird jeder verstehen. Wir haben in unseren Besuchen jedoch gemerkt, wir sind ein Stück nähergerückt und können auf eine gute Zusammenarbeit hoffen.

 

Dank geht daher an die Mitglieder aller Fraktionen und die Vertreter des BBP sowie an Herrn Karsten Häschel.

 

Wir wünschen uns ein barrierefreies Potsdam in der Zukunft.

Foto zur Meldung: Die Arbeit des BBP mit den Fraktionen der Landeshauptstadt Potsdam
Foto: Die Arbeit des BBP mit den Fraktionen der Landeshauptstadt Potsdam

Ein offenes Wort zur Podiumsdiskussion „Oberbürgermeisterwahl“ am 14.09.2010

(17.09.2010)

Der Verein Oberlinhaus und der Behindertenbeirat der Stadt Potsdam führten am 14.09.2010 von 17:00 bis 18:30 Uhr im Oberlinhaus eine Podiumsdiskussion „Oberbürgermeisterwahl“ mit allen Oberbürgermeisterkandidaten/innen (außer Herrn Benjamin Bauer wegen Erkrankung) durch.

 

Unser Ziel: Wir wollten von den einzelnen OB-Kandidaten/innen konkrete Aussagen hören – was beabsichtigen Sie für Potsdamerinnen und Potsdamer mit Behinderungen zu tun / verändern / verbessern / bis wann?

 

Wir stellten ihnen die Fragekomplexe:

 

1. Barrierefreie Gebäude und öffentliche Verkehrsräume der Stadt Potsdam – Welche Mittel stellen Sie für die barrierefreie Gestaltung der Gebäude und öffentliche Verkehrsräume der Stadt Potsdam zur Verfügung? – Wann ist die barrierefreie Sanierung der öffentlichen Gebäude fertig? Der Denkmalschutz erschwert ein barrierefreies Potsdam, was ist Ihre Lösung?

 

2. Was ist Ihr Konzept, wenn es darum gehen muss, dass schwerbehinderte Menschen Arbeitsstellen auf dem 1. Arbeitsmarkt in Potsdam finden? Was kann gegen Arbeitslosigkeit dieser Menschen unternommen werden.

 

3. Bezahlbares Wohnen für behinderte Menschen und kranke Einwohner – Wie wollen Sie entgegenwirken, dass durch den massiven Zuzug wohlhabender Familien sich die Ausrichtung der Stadt Potsdam zu Ungunsten behinderter Menschen einseitig entwickelt? Wie gedenkt die Stadt Potsdam mit dieser Schere zwischen Anspruch und Wirklichkeit umzugehen?

 

4. Verankerung der Belange behinderter Menschen in den Verwaltungseinheiten – Was können Sie tun, damit das Thema Menschen mit Behinderung stärker in den Verwaltungseinheiten verankert wird, als Selbstverständlichkeit mitgedacht wird?

 

5. Inklusion – Wie ist die Stadt auf inklusive Angebote in Schulen vorbereitet? - Gibt es ein Konzept, dass Menschen mit Behinderung öffentliche Schulen besuchen können? – Was würden Sie nach Ihrer Wahl tun, um das „Ambulant betreute Wohnen“ in Potsdam für Menschen, die bisher in stationären Einrichtungen sehr kostenintensiv untergebracht waren, voranzutreiben?

 

Bei der Beantwortung dieser Fragen zeigten die Oberbürgermeisterkandidaten/innen großes Interesse und viel Engagement für die Behindertenbewegung in Potsdam und stellten ihre Konzepte vor. Der Behindertenbeirat der Stadt Potsdam wird nach der Wahl dem gewählten Oberbürgermeister seine Konzepte zu den einzelnen Themenbereichen zu einem späteren Zeitpunkt wieder vorlegen – wir bleiben dran!

 

Alle Oberbürgermeisterkandidaten/innen nahmen sich für uns die Zeit, gaben  ihr Bestes, es war eine konstruktive Gesprächsrunde bei angenehmer Atmosphäre. Leider fehlten die Betroffenen – die behinderten Mitbürger, Senioren, Vertreter von Vereinen und Selbsthilfegruppen der Stadt Potsdam. Trotz Aushänge in öffentlichen Gebäuden, Bürgerhäuser, Haus der Begegnung und Berufsbildungswerk war es eine „bescheidene“ – „beschämende“ Publikumsrunde.

 

Die Veranstalter wünschen sich mehr Mitwirkung und Teilnahme der Vereine und Einrichtungen sowie des Seniorenbeirates bei einer derartigen Veranstaltung.

 

In Vorbereitung dieser Podiumsdiskussion erhielten alle Vereine, Selbsthilfegruppen, Einrichtungen und Senioren (über Seniorenbeirat) die Gelegenheit, Fragen an die Oberbürgermeisterkandidaten/innen und Themenvorschläge für die Diskussion zu stellen - der Behindertenbeirat forderte sie mehrfach per E-Mail und in öffentlichen Veranstaltungen dazu auf. Wir erhielten leider keine Informationen! Die Mitglieder des Behindertenbeirates und seine Arbeitsgruppe „Barcelona“ erarbeiteten sich diese Themen und Fragen gemeinsam mit dem Beauftragten für Belange behinderter Menschen in Potsdam selbst unter Mitwirkung des Vereins Oberlinhaus.

 

Gibt es in den Vereinen und Selbsthilfegruppen wirklich nur die Frage nach „dem fehlenden Klingelknopf am Filmmuseum“, „dem unsensiblen Busfahrer“, „die Rampe am Klinikum“ usw.? Wir wollen es nicht glauben! Hier müssen sich schon einige Leute fragen lassen, inwieweit sie hier nur ihr „persönliches Süppchen“ kochen und die Möglichkeit verschenken, mit hochrangigen politischen Verantwortlichen zu  sprechen und somit auch  den großen politischen Rahmen nicht nutzen.

 

Die Frage ist doch jetzt zu klären, inwieweit besteht ein Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Beirat? Der Behindertenbeirat wurde von allen Behindertenvereinen gewählt - er versteht sich als Interessenvertreter aller behinderten Bürger jeder Altersgruppe der Stadt Potsdam zur Aufnahme und Durchsetzung ihrer Belange. Nur mit Hilfe der Vereine und Einrichtungen kann der Behindertenbeirat der Stadt Potsdam gemeinsam mit den Beauftragten der Stadt besser ihre Interessen vertreten. Beschwerden einzelner Betroffener in der Öffentlichkeit werden oft nicht immer richtig wahrgenommen. Daher ruft der Beirat die Vereine und Einrichtungen auf, dem Behindertenbeirat die Probleme der behinderten Menschen in der Stadt Potsdam mitzuteilen. Nur so kann der Beirat die Interessen der Einzelnen und Probleme Behindertengruppen sammeln und bündeln, sie nach außen gut vertreten.

 

Der Veranstaltungsort und die Technik  wurden vom Verein Oberlinhaus in hoher Qualität zur Verfügung gestellt. Wir möchten uns bei der Moderatorin Frau Wieschollek, bei der Schriftdolmetscherin Frau Lazai und allen Organisatoren, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, herzlich bedanken.

 

Der Behindertenbeirat wird auch in Zukunft qualitativ hochwertige politische Veranstaltungen initiieren. Wünschenswert ist die Teilnahme aller Betroffenen. In der Nichtteilnahme der behinderten Menschen sehen wir die Gefahr, dass diese sich selbst ausgrenzen und damit die Chance vertun, ihre politischen Interessen wahrzunehmen. Dass eine geringe Teilnahme  möglicherweise auch mit dem Diskussionsort Oberlinhaus zu verbinden ist, sehen wir als eine massive Diskriminierung dieser Einrichtung, die in Potsdam seit über 150 Jahren nachhaltige kompetente und würdevolle Arbeit mit behinderten Menschen leistet.

 

gez. Die für die Durchführung verantwortlichen Mitglieder des Behindertenbeirates der Stadt Potsdam und in Vertretung des Vorsitzenden die Stellvertreter H. Haase u. A. König

Foto zur Meldung: Ein offenes Wort zur Podiumsdiskussion „Oberbürgermeisterwahl“ am 14.09.2010
Foto: Ein offenes Wort zur Podiumsdiskussion „Oberbürgermeisterwahl“ am 14.09.2010