Landesverband Freie Berufe Land Brandenburg e. V.

Helene-Lange-Str. 4
14469 Potsdam

Telefon (0331) 2977413 Geschäftsstelle

E-Mail E-Mail:
www.freie-berufe-brandenburg.de
www.freie-berufe-brandenburg.de Landesverband der Freien Berufe Brandenburg e. V.

 

Was sind Freie Berufe?


Freie Berufe zeichnen sich durch verschiedene Merkmale aus:

  • Selbständigkeit
  • Unabhängigkeit
  • Eigenverantwortung
  • Dienst mit Gemeinwohlverpflichtung und berufsethischer Bindung persönliche, kreative und geistige Leistungen, die regelmäßig auf besonders qualifizierter Ausbildung beruhen und insbesondere in der Anwendung von Informationen auf den individuellen Einzelfall bestehen.


Was ist das Besondere?
Das Spezifikum des Freiberuflers besteht darin, dass er in seiner Entscheidung keinen Zwängen von Gesellschaftern, Kapitaleignern o. ä. unterliegt wie beispielsweise der Angestellte eines gewerblichen Unternehmens. Er kann unabhängig entscheiden in Verantwortung gegenüber seinen Patienten, Mandanten, Klienten bzw. Kunden, ist aber auch persönlich verantwortlich für die von ihm erbrachte Leistung. Aus der Art der erbrachten Leistungen resultiert das besondere Vertrauensverhältnis, das zwischen dem einzelnen Freiberufler und den Bürgern, die ihn aufsuchen, besteht. Dieses Vertrauensverhältnis vor staatlichem Zugriff zu schützen und die Freiberuflichkeit zu erhalten, ist deshalb ein wesentliches Anliegen des LFB.

 

Der Verband der Freien Berufe Brandenburg e.V.
Der Verband Freier Berufe Brandenburg e.V. ist ein Zusammenschluss von 18 Verbänden. Gegründet wurde er 1991, um die Freiberufler in ihren berufsübergreifenden Anliegen im Land Brandenburg zu vertreten sowie für Erhaltung und Ausbau des Freien Berufs zu wirken. Diese Interessenvertretung findet statt gegenüber den Organen der Landespolitik, den Medien in Brandenburg sowie der allgemeinen Öffentlichkeit. Vor allem geht es dem LFB auch darum, die Rolle der Freien Berufe im Rahmen einer freiheitlichen, demokratischen Gesellschaftsordnung zu verdeutlichen. Damit verbunden ist als "interne Aufgabe" die Pflege der Beziehungen aller Freien Berufe untereinander.

 


 


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Aktuelle Meldungen

Neujahrsempfang der brandenburgischen Wirtschafts-, Freiberufs- und Heilberufekammern und des LFB

(28.01.2020)

Mehr als 400 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport aus allen Landesteilen Brandenburgs waren der Einladung von 15 brandenburgischen Kammern zum 12. gemeinsamen Neujahrsempfang HORIZONTE in das Rüdersdorfer Kulturhaus gefolgt.

 

In seiner Begrüßung verwies Wolf-Harald Krüger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg, auf die grundsätzlich zuversichtliche Stimmung in der brandenburgischen Wirtschaft. Er forderte von der neuen Landesregierung, die Ergebnisse aus dem Kohlekompromiss konsequent und ohne Verzögerungen und Zugeständnisse an den Bund und Brüssel umzusetzen.

 

Krüger wandte sich an die zahlreich erschienenen Parlamentarier und Politiker: "Wir erinnern alle drei Parteien der brandenburgischen Keniakoalition gern an ihre fast deckungsgleichen Wahlversprechen aus dem Sommer 2019. Dazu gehören für die Wirtschaft die Zukunftsinvestitionen in die Bildung, in die digitalen Netze und die bauliche Infrastruktur." Sichtbare und zeitnahe Erfolge bräuchten mehr Kraft, mehr Mut, mehr Geschwindigkeit, mehr Vereinfachung. „Insbesondere in der Bildung und Berufsbildung darf unser ostdeutsches Bundesland nicht weiter hinterherhinken“, mahnte der Bauunternehmer. Brandenburg müsse in viel mehr Lehrkräfte und Pädagogen sowie Berufschullehrer und Ausbilder investieren. „Schul- und Berufsbildung muss in allen ländlichen Gebieten wieder zum Dorfleben gehören. Es müssen Voraussetzungen geschaffen werden, damit das Leben auf dem Lande für die Bevölkerung wieder interessant wird. Wir dürfen die ländlichen Räume nicht von der Entwicklung in Brandenburg abkoppeln.“

 

Für die erfolgreichen Verhandlungen zur Ansiedlung der Gigafactory von Tesla in Grünheide gratulierte er der Landesregierung. In Folge wird sich der Standort Grünheide zu einem industriellen Schwerpunkt in Brandenburg entwickeln. Viele industrielle Arbeitsplätze sorgen für steigenden Wohlstand und höhere Steuereinnahmen für das Land. Das ist die positive Seite. Es gehöre aber auch dazu festzustellen, dass Naturidylle und ländlicher Charakter in der Region verloren gehen werden. „Es wird einen erheblichen Zuwachs des Verkehrs geben.“ Befürworter und Gegner sollten jedoch in der Sache einen offenen Dialog führen, wozu auch gehöre, dass die Medien darüber ausgewogen berichten.

 

Für die Freien Berufe unterstrich deren Präsident Thomas Schwierzy die positive Stimmung. „Freiberufler würden gern mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, finden jedoch kaum welche.“ Trotz guter Bedingungen wie flexiblen Arbeitszeitmodellen, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sei es schwer, ins Rentnerdasein ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen oder passenden Nachwuchs zu finden. "Die Kosten für die Mitarbeiterbindung wachsen", so der Zahnarzt aus Strausberg.

 

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke unterstrich: „Wir haben eine solide Grundlage, um die sehr gute Entwicklung Brandenburgs fortzusetzen: stabile Finanzen, Wirtschaftswachstum und eine niedrige Arbeitslosenquote. Die Entscheidung von Tesla für Grünheide aber auch unser Mittelstand mit einigen Weltmarktführern zeigen, dass wir im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen können. Mit Großprojekten wie der Gigafactory stärken wir unser wirtschaftliches Rückgrat, und das sind und bleiben die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen.

 

Mit dem Koalitionsvertrag haben wir einen guten Kompass. In diesem Jahr ist es wichtig, die Strukturentwicklung in der Lausitz voranzutreiben. Die Lausitz soll zur europäischen Modellregion für die Verbindung von Wirtschaftswachstum und Klimaschutz, von moderner Industriepolitik und Sozialpolitik werden. Eine starke Energie- und Industrieregion Lausitz ist gut für die Region und das ganze Land Brandenburg. Die Landesregierung wird deshalb beim Gesetz zur Umsetzung des Kohlekompromisses nicht lockerlassen.

 

Ganz klar ist aber auch, wir wollen eine gute Entwicklung aller Landesteile. Hierfür müssen wir beim Ausbau und der Modernisierung der Infrastruktur, bei der Digitalisierung und bei der Fachkräftegewinnung vorankommen. Als Landesregierung kann das nur in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, den Gewerkschaften, den Kommunen, dem Bund, der Bahn und der EU gelingen. Wir wollen eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser-Infrastruktur bis 2025, regional bedeutsame Gewerbestandorte sollen vorrangig erschlossen werden. Wir werden eine umfassende Arbeitskräftestrategie für Brandenburg entwickeln, mit Bausteinen von Anwerbung und Berufsbildung bis Qualifizierung und Weiterbildung. Bei der Infrastruktur haben wir viele Verbesserungen angeschoben, die Umsetzung braucht aber Zeit.“

Quelle: PM HWK FFO

Foto zur Meldung: Neujahrsempfang der brandenburgischen Wirtschafts-, Freiberufs- und Heilberufekammern und des LFB
Foto: Neujahrsempfang der brandenburgischen Wirtschafts-, Freiberufs- und Heilberufekammern und des LFB

Jahresmitgliederversammlung 2019

(17.12.2019)

(LFB) Am 9. Dezember 2019 trafen sich die Mitglieder des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung. Auf der Agenda stand der Bericht über das vergangene Jahr. Wichtigste Tagesorndungspunkte waren die Verabschiedung des Haushalts und die Entlastung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018. 

Nach den Regularien, wie der Feststellung der Beschlussfähigkeit, der ordnungsgemäßen Ladung und der Genehmigung der Tagesordnung berichtete LFB-Präsident Thomas Schwierzy zunächst über die Aktivitäten des Landesverbandes. Der gemeinsame Neujahrsempfang, der von den brandenburgischen Kammern und dem LFB veranstaltet wird, bildete im Januar den Jahresauftakt. Zahlreiche Treffen und Veranstaltungen auf Bundes- und Landesebene, wie gesundheitspolitische Veranstaltungen, diverse Neujahrsempfänge, der Arbeitskreis des BFB für das wirtschaftliche und soziale Umfeld, ein Treffen mit Ministerpräsident Woidke am 19. März, der Europatag der Bundeszahnärztekammer, das Europaforum der IHK, die Mitgliederversammlung des BFB, das Jahrestreffen der Wirtschaftsprüferkammer und weitere  folgten. In seinem Bericht über die Aktivitäten verwies Thomas Schwierzy weiterhin auf ein Treffen mit einem Vertreter des Wirtschaftsministeriums Brandenburg bezüglich der Lage der Freien Berufe. Schwierzy informierte bei diesem Treffen über das Institut der Freien Berufe, welches die Möglichkeit bietet, Studien und Auswertungen vorzunehmen. Da die dafür anfallenden Kosten die Möglichkeiten des LFB übersteigen würden, bat er um eine Förderung durch das Ministerium in finanzieller und personeller Hinsicht.

LFB-Präsident Schwierzy informiert die Mitgliederversammlung über seine Aufnahme in den Vorstand des BFB, wodurch der Landesverband an Einfluss gewinnt.

Es folgte der Bericht über die Treffen der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit und ein Dank an das dafür verantwortlichen Präsidiumsmitglied Thomas Baumgart für sein Engagement. Ebenso bedankt sich Thomas Schwierzy für die sehr gute Zusammenarbeit insbesondere mit der Ingenieurkammer, der Notarkammer, dem Verband der Physiotherapeuten sowie der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und bat die Mitglieder um weitere Unterstützung. Die LFB-Informationen wurden im Jahr 2019 mit drei Ausgaben als Online-Version veröffentlicht. Gleiches ist für 2020 vorgesehen. 

Der LFB-Präsident forderte die Mitgliedsverbände auf, sich noch stärker als in den vergangenen Jahren im Ausbildungskonsens zu engagieren und Bewerbungen für den Ausbildungspreis 2020 einzureichen. Hierdurch werde die Wahrnehmung der freien Berufe in der Öffentlichkeit gestärkt. 

In seinem Bericht zum Haushalt bescheinigte der Präsident der Geschäftsstelle sparsames Wirtschaften. Er erläuterte die einzelnen Positionen. Die Mitgliederversammlung unterbreitete Vorschläge für Verbandsaktivitäten im Geschäftsjahr 2020. Beschlossen wurde die Durchführung einer Podiumsdiskussion, die trotz einiger kritischer Anmerkungen als erfolgreiches Format eingeschätzt wurde. In der Vorstellung des Haushaltsplans 2020 diskutierten die Mitglieder diverse Vorhaben und besprachen Themen für das im kommenden Jahr geplante Treffen mit Ministerpräsident Woidke.

Die Kassenprüfung für das Geschäftsjahr 2018 wurde durch die Wirtschaftsprüferkammer vorgenommen und verlief laut Aussage des Präsidenten, Christian Rindfleisch, zur Zufriedenheit. Aus seinem Bericht resultierte der Antrag, das Präsidium für das Haushaltsjahr 2018 zu entlasten. Unter Enthaltung des Präsidiums wurde der Antrag einstimmig verabschiedet. An Christian Rindfleisch erging die Bitte des Präsidiums, auch für das Geschäftsjahr 2019 die Prüfaufgabe wahrzunehmen, wozu er sich bereiterklärte.  

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung stellte sich der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), Peter Klotzki, vor und signalisierte sein großes Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit den Landesverbänden. Diverse Veranstaltungen des BFB, so der Hauptgeschäftsführer, seien darauf gerichtet, die Landesverbände in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Genannt seien hier insbesondere  die Präsentation zum Tag der Deutschen Einheit in Kiel sowie ein Treffen der Landesverbände in Brüssel. Er regte an, die Aktivitäten der Landesverbände stärker zu kommunizieren und den Austausch untereinander zu verstärken. In seinem Vortrag über die Rolle der freien Berufe in Europa ging Peter Klotzki insbesondere auf Fragen der Digitalisierung, Kommerzialisierung und Industrialisierung, der Europäisierung sowie der Folgen einer fehlenden Bereitschaft zur Selbstständigkeit ein. 

Mit einem intensiven Austausch der Teilnehmer endete die Mitgliederversammlung 2019.

Foto zur Meldung: Jahresmitgliederversammlung 2019
Foto: Mitgliederversammlung 2019

BFB bei zentraler Einheitsfeier in Kiel

(03.10.2019)

 

Am 2. und 3. Oktober feierte Deutschland seine Wiedervereinigung vor 30 Jahren. Zu den zentralen Feierlichkeiten kamen rund 500.000 Menschen nach Kiel. Dipl.-Med. Thomas Schmidt, Ehrenpräsident des LFB Brandenburg, vertrat den Landesverband Brandenburg auf dem BFB-Stand.

„Die Freien Berufe schreiben eine Erfolgsgeschichte, in Ost, West und insgesamt. Sie sind Garanten einer freiheitlichen Gesellschaft und ausgesprochen dynamisch. Das hohe Maß an Vertrauen, das Freien Berufen entgegengebracht wird, fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer. Er begrüßte neben Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein, vonseiten der Landesregierung Dr. Bernd Buchholz, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein, am Stand des BFB bei den bundesweit zentralen Feierlichkeiten zum 30. Tag der Deutschen Einheit in Kiel. Erstmals ergriff der BFB die Chance, in diesem Rahmen die Verdienste der Freien Berufe und ihrer Kammern und Verbände für den Aufbau demokratischer, rechtsstaatlicher und daseinsvorsorgender Strukturen gerade auch in den neuen Bundesländern zu präsentieren.

Dr. Buchholz zeigte sich beeindruckt von den eigens für die Einheitsfeier erhobenen Kennziffern, die deutliche Zuwächse bei der Zahl der selbstständigen Freiberufler und deren sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Ost, West und insgesamt abbilden. Sie wurden am 30. September 2019 vorab veröffentlicht. Im Dialog mit Prof. Dr. Ewer unterstrich Dr. Buchholz die wichtige Rolle der Freien Berufe bei der Lösung gesellschaftlicher Zukunftsaufgaben. In Gegenwart von Friedemann Schmidt, BFB-Vizepräsident und Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, sowie Lars-Michael Lanbin, Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe in Schleswig-Holstein und Mitglied des Mittelstandsbeirats der Landesregierung, signalisierte Dr. Buchholz ein offenes Ohr für die Belange der Freien Berufe. Er bekräftigte, dass beim Vergaberecht den Besonderheiten der freiberuflichen Dienstleistungen Rechnung getragen werden muss. Überdies hob er die Bedeutung der Expertise der Freien Berufe für die öffentliche Verwaltung hervor.

Als Repräsentant der Landesverbände der Freien Berufe in den neuen Bundesländern beantwortete auch Jörg Hähnlein, Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe Mecklenburg-Vorpommern, die Fragen der zahlreichen Besucher. Ebenso tauschte sich Prof. Dr. Christoph Benz, BFB-Vorstandsmitglied und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, mit dem Publikum aus. Rede und Antwort stand zudem Peter Dümpelmann, geschäftsführender Direktor der Deutschen Anwalt und NotarVersicherung, Sonderabteilung der ERGO Lebensversicherer, die den BFB bei der Veranstaltung unterstützte. Zu einer Stippvisite kam überdies Thomas Schmidt, Ehrenpräsident des Landesverbandes der Freien Berufe Brandenburg.

Auf Initiative des Landesverbandes der Freien Berufe in Schleswig-Holstein, auch vertreten durch seine Geschäftsführerin Dr. Yvonne Kellersohn, machten zudem zahlreiche Repräsentanten der schleswig-holsteinischen Freiberufler-Organisationen Station beim BFB, an dem auch BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki im Einsatz war.

Freiberuflichkeit erschlossen sich die zahlreichen Besucher des BFB-Standes nicht nur in angeregten Gesprächen, sondern erlebten diese auch selbst. Ob Arztkittel oder Rechtsanwaltsrobe, sie konnten im berufstypischen Outfit ein Foto von sich machen.

Vor Ort wurde die jüngste BFB-Publikation „Mut zur Demokratie – Freie Berufe: Garanten einer freiheitlichen Gesellschaft“ den Gästen auch aus dem Deutschen Bundestag und dem Kieler Landtag vorgestellt. Sie bildet die beeindruckende Entwicklung der Freien Berufe im Spiegel von 30 Jahren Deutsche Einheit ab und enthält ein Grußwort des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther MdL, der Gastgeber der zentralen Einheitsfeier war. Sie arbeitet heraus, dass das System ‚Freier Beruf‘ seit drei Jahrzehnten allerorten für Qualitätsdienstleistungen, Verbraucherschutz, Unabhängigkeit und mehr als ‚Markt pur‘ steht. Der BFB zieht in seiner neuesten Publikation das Fazit, dass Freie Berufe die Menschen mündig machen, eine gesellschaftliche Errungenschaft und selbst über die Grenzen hinaus ein Vorbild gerade für junge Demokratien sind. Beworben wird die Selbstverwaltung der Freien Berufe als gelebte Subsidiarität und Blaupause für die gesamte Europäische Union.

„Das Interesse der Bürger an den Freien Berufen war groß. Mit ihnen ins Gespräch zu kommen, war wertvoll für alle Beteiligten. Unser Stand mit seinen Dialog- und Informationsangeboten war eine gut bespielte Bühne, mit der es gelang, die Werte und Leistungen der Freien Berufe sowie den Auftrag des BFB darzustellen, bilanzierte BFB-Präsident Prof. Dr. Ewer.

Auf der Festmeile in Kiel waren neben zahlreichen anderen Ausstellern nicht nur die Bundesregierung, der Deutsche Bundestag und der Bundesrat vertreten, sondern erstmals seit 2004 auch wieder das Bundesverfassungsgericht. Auf der „Ländermeile“ stellten sich unter anderem alle 16 Bundesländer vor. Am 2. und 3. Oktober feierten rund 500.000 Menschen in der Landeshauptstadt die Deutsche Einheit. Das Motto des Bürgerfestes ‚Mut verbindet‘ wurde als Klammer zwischen den Ereignissen der Wendezeit und den heutigen Herausforderungen gewählt.

Foto zur Meldung: BFB bei zentraler Einheitsfeier in Kiel
Foto: Prof. Dr. Christoph Benz, BFB-Vorstandsmitglied und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, mit dem Ehrenpräsidenten des LFB Brandenburg, Dipl.-Med. Thomas Schmidt (re.), auf dem BFB-Stand Foto: BFB, Frank Peter

Konjunkturbefragung der Freien Berufe im Winter 2019

(17.09.2019)

Aktuell erhebt das Institut für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB das konjunkturelle Klima in den Freien Berufen. Neben den Einschätzungen zu wirtschaftlichen Themen wird im Rahmen der aktuellen Befragung genauer auf die Aspekte Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung eingegangen.

Die Befragung erfolgt absolut anonym und beansprucht etwa 10 Minuten Ihrer Zeit. Wir bitten Sie herzlich um Ihre Unterstützung, da nur so valide Aussagen generiert werden können.

Hier gelangen Sie zur Befragung: www.t1p.de/winter19

Die Auswertung erfolgt in Gruppen, es wird z.B. nach Altersklassen oder groben Berufsfeld unterschieden. Zu keinem Zeitpunkt sind Rückschlüsse auf Ihre Person möglich.

Genaueres zur vorherigen Konjunkturbefragung im Frühjahr 2019 erfahren Sie hier:

https://www.freie-berufe.de/pressemitteilungen/freie-berufe-blicken-selbstbewusst-nach-vorn-trotz-leicht-abgeflauter-stimmung/

Podiumsdiskussion 2019

(03.06.2019)

Podiumsdiskussion des Landesverbandes der Freien Berufe Brandenburg mit Vertretern der Landtagsfraktionen

 

Zur mittlerweile traditionellen Podiumsdiskussion mit Vertretern der im Landtag vertretenen Parteien hatte der LFB diesmal am 3. Juni 2019 in das Apothekerhaus nach Potsdam eingeladen. Drei Landtagsabgeordnete folgten der Einladung und waren bereit, gut eine Stunde darüber zu diskutieren, welchen Stellenwert die Freien Berufe für ihre Partei einnehmen und welche Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Freien Berufe sie für die nächste Legislaturperiode planen. Die SPD-Fraktion wurde durch ihren Sprecher für Wirtschaft und Digitales, Helmut Bartel, vertreten. Barbara Riechstein, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Europa, Migration und Integration, nahm für die CDU teil und für Bündnis90/ Die Grünen Ursula Nonnemacher, Fraktionsvorsitzende und u.a. Sprecherin ihrer Fraktion für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

In seiner Begrüßung hob LFB-Präsident Thomas Schwierzy die wirtschaftliche Bedeutung der Freien Berufe für die Gesamtwirtschaft hervor. In politischen Diskussionen stünden häufig Industrie und Handwerk im Mittelpunkt und zu oft würden die Freien Berufe als ein wichtiger Grundpfeiler sowie als feinverzahntes Netzwerk und Seismograph der deutschen Wirtschaft vernachlässigt, der immerhin rund zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, so Schwierzy. Als das derzeit drängendste Problem der Freien Berufe beschrieb Schwierzy den anhaltenden Fachkräftemangel in vielen Berufen. Aber auch zunehmende Bürokratie und die Datensammelwut im Zusammenhang mit Digitalisierung lähmen zunehmend die Arbeit. Umso wichtiger sei es, dass die Politik endlich der Forderung nach einem Bürokratieabbau, wie auch vom Europäische Gerichtshof gefordert, nachzukommen.

Bestimmendes Thema des Podiums war aber zunächst die bundespolitische Entwicklung mit dem Rücktritt der SPD-Parteivorsitzenden am Vortag und den möglichen Auswirkungen auf die Landtagswahlen in Brandenburg im Herbst. Besonders eine Regierungsbildung wird von den Landtagsabgeordneten als schwierig vorausgesehen, da sich abzeichnet, dass vier Parteien etwa gleich stark abschneiden könnten.

In der Diskussion um Ideen und Vorschläge der Parteien zur Unterstützung der Wirtschaft in Brandenburg müssten aus Sicht von Helmut Barthel die Anstrengungen zur Strukturentwicklung in Brandenburg weiter intensiviert werden, wobei der Focus nicht nur allein auf der Lausitz liegen könne. Im Zusammenhang mit Digitalisierung forderte er ein höheres Tempo zum Beispiel beim Breitbandausbau. Allzu oft würden hier Fördermittel nicht in Anspruch genommen, so Barthel.

Ursula Nonnemacher sprach sich dafür aus, die Bedingungen für Pendler verbessern zu wollen. Die aktuell bereits ergriffenen Maßnahmen für neue Verkehrskonzepte im ÖPNV begrüßte sie, wies aber auch darauf hin, dass die Umsetzung erst in einigen Jahren ihre Wirkung spürbar entfalten würde. In Brandenburg sieht sie eine künftige Landesregierung vor große Herausforderungen und Aufgaben gestellt, die zu großen Teilen die aktuell regierengen Parteien mit zu verantworten hätten.

Barbara Riechstein sieht als Ursache vieler aktueller wirtschaftlicher Probleme vor allem eine durch die Landesregierung zu spät angegangene Strukturentwicklungspolitik. Auch würden Vorhaben wie die E-Government-Strategie in Brandenburg zu zögerlich umgesetzt und man befände sich damit noch auf dem Stand von vor 2016.

Von Seiten der Teilnehmer wurden in Fragen an das Podium ganz grundsätzlich Strukturprobleme in Brandenburg angemahnt, die es den Freien Berufen erschweren, zum Beispiel qualifizierte Mitarbeiter zu finden. So stelle sich besonders die Kommunikation innerhalb verschiedener Berufsgruppen und mit Behörden zunehmen schwierig dar, da die Anforderungen, beispielsweise für verschlüsselte Datenübertragungen stiegen, die notwendig IT-Infrastruktur aber nicht in gleichem Maße aufgebaut würde.

Thomas Schwierzy lenkte den Fokus der Diskussion nochmals auf die Landtagswahl und welche Visionen und Ideen die einzelnen Parteien haben, um die Freien Berufe zu stärken. Ursula Nonnemacher von den Grünen sprach sich dafür aus, die besondere Institution der freien Berufe mit ihren wichtigen Standards dürfe nicht unterlaufen werden. Die EU stelle die Freiberuflichkeit immer wieder in Frage. Hier bedarf es der Unterstützung der Freien Berufe durch die Politik. Helmut Barthel räumte ein, dass die Freien Berufe nicht explizit im Wahlprogramm genannt würde, viele Wirtschaftsförderprogramme auf Landesebene, zum Beispiel durch die Investitionsbank, auch den Freien Berufen zur Verfügung standen. Zudem sieht wer die Notwendigkeit, die Bereitschaft zur Selbständigkeit zu fördern und von Landesseite auch Existenzgründungen und Nachfolgeunterstützungen zu fördern. Außerdem regte er einen regelmäßigen Austausch des Landesverbandes der Freien Berufe nicht nur mit der Landesregierung, sondern auch mit Abgeordneten des Landtages an. Barbara Riechstein hob die Freien Berufe als Rückgrat der Wirtschaft hervor und sicherte zu, sich in der kommenden Legislaturperiode verstärkt für die Belange der freien Berufe einsetzen zu wollen.

Mathias Braband-Trabandt
Verbands- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerverband Brandenburg e.V.

Foto zur Meldung: Podiumsdiskussion 2019
Foto: Thomas Schwierzy, Präsident des LFB Brandenburg eröffnet die Podiumsdiskussion

Präsident des LFB Brandenburg in BFB-Vorstand gewählt

(12.04.2019)

Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Freien Berufe wurde Thomas Schwierzy, Präsident des Landesverbandes Brandenburg für die Amtsperiode von 2019 bis 2021 in den Vorstand gewählt. 


Thomas Schwierzy ist niedergelassener Zahnarzt in Strausberg und seit vielen Jahren standespolitisch im Präsidium der Landeszahnärztekammer sowie in der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg aktiv. Seit  2012 führt Thomas Schwierzy den Landesverband Brandenburg als Präsident. 

Foto zur Meldung: Präsident des LFB Brandenburg in BFB-Vorstand gewählt
Foto: Präsident des LFB Brandenburg in BFB-Vorstand gewählt

Horizonte 2019

(29.01.2019)

Rund 400 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport aus ganz Brandenburg waren der Einladung von 15 brandenburgischen Kammern und des Landesverbandes der Freien Berufe zum elften gemeinsamen Neujahrsempfang HORIZONTE gefolgt.

In seinem Eingangsstatement verwies der Präsident der Handwerkskammer Potsdam, Robert Wüst, auf die gute konjunkturelle Entwicklung im Land. Die Landesregierung sei dennoch gefordert, auch weiterhin für gute Rahmenbedingungen zu sorgen.

Über die Lage der Freien Berufe sprach der Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB), Zahnarzt Thomas Schwierzy. Auch er äußerte Zufriedenheit mit der aktuellen Wirtschaftslage, die nur durch die Schwierigkeit getrübt werde, geeignetes Personal zu finden. Schwierzy: „2019 geht es um die Weichenstellung in unserer Gesellschaft und in Europa. 2019 ist Wahljahr. Unsere positive Entwicklung wird nur fortgesetzt werden, wenn weniger auf Egoismus und Polarisierung und stattdessen auf Gemeinwohl setzen – wie die Freien Berufe.“

Das Grußwort der Landesregierung  hielt Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke. Er stellte die Frage nach der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in ganz Deutschland, die nach 30 Jahren noch immer nicht erreicht sei. Ein Unterschied, der nicht nur den Menschen und Unternehmen, sondern ganz Deutschland schade. Angesichts des bevorstehenden Strukturwandels in der Lausitz forderte Woidke von der Bundesregierung wirksame Stützungsmaßnahmen für die Region: „Wenn der Bund Entscheidungen trifft, die direkt in Strukturen eingreifen, muss er bereit sein, diese Region zu unterstützen. Klimaschutz wird nur dann erfolgreich funktionieren, wenn wir es schaffen, in den Kohlegegionen - in Europa sind das 41 - für  eine gute wirtschaftliche Entwicklung zu sorgen. Wenn diese Region einen Strukturbruch erleidet, wird es niemand nachmachen.“

Mit angeregten Diskussionen bei Live-Musik endete der Neujahrsempfang 2019.

 

Fotos: Michael Lüder

Foto zur Meldung: Horizonte 2019
Foto: Die Kammerpräsidenten und der LFB-Präsident Thomas Schwierzy

Freie Berufe in der Staatskanzlei November 2018

(27.11.2018)

Das alljährlichene Arbeitstreffen fand am 26. November in der Staatskanzlei statt. Den Präsidenten und Vorsitzenden der LFB-Mitgliedsorganisationen bietet die Diskussionsrunde mit Vertretern der Landesregierung eine gute Gelegenheit zum Dialog. Dem tagespolitischen Geschehen geschuldet, musste sich Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke leider entschuldigen lassen. Für ihn übernahm  Andreas Bütter, Staatssekretär im

MASGF die Sitzungsleitung. Außerdem beteiligten sich an der Diskussion Ines Jesse, Staatssekretärin im MIL, Thomas Bartha (MASGF), Ralf Kaiser (MWE) und Dr. Christian Menzel (Staatskanzlei).

 

Den Auftakt des Arbeitsgespräches übernahm Olaf Behrendt, Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Landesregierung eine Bundesratsinitiative im November gestartet hat, um die Verpflichtung für Apotheken, aus dem Ausland importierte Arzneimittel abgeben zu müssen, aus dem Gesetz zu streichen. Damit war die Landesregierung einem Antrag vieler Landtagsfraktionen und einer Forderung der Apothekerschaft nachgekommen. Als bürokratisch und in der Praxis teilweise nicht umsetzbar wurde die Medizinproduktebetreiberverordnung (MPBetreibV) des Bundeministeriums für Gesundheit kritisiert. Hier werden den Krankenkassen Pflichten auferlegt, die diese nicht leisten können und auf die Apotheker abzuwälzen versuchen. Ein ungesunder und bürokratischer Kreislauf.

 

Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer ergänzte die Ausführungen mit Regelungen in der Hilfsmittelversorgung, die extrem aufwändig und unnötig bürokratisch seien und zudem eine schnelle und unkomplizierte Versorgung der Patienten verhindere. Zur Sprache kamen auch Notfalldepots, in denen Arzneimittel vorgehalten werden müssen, die in einer öffentlichen Apotheke aber nicht zur Anwendung gebracht werden. Staatssekretär Andreas Büttner sicherte die Klärung der Fragen im Kreis der direkten Ansprechpartner zu.

 

Seitens der Zahnärzteschaft brachte Dr. Eberhard Steglich derzeit auftretende Probleme in Vertragsverhandlungen mit dem vdek zur Sprache. Nicht nur in Brandenburg, sondern bundesweit werde die Landeshoheit im Verhandlungsgeschehen zunehmend missachtet. Nach den Vorstellungen des vdek wären die brandenburgischen Zahnärzte hinsichtlich der Punktwertentwicklung bald abgehängt, was auch den Patienten schade. Thomas Bartha teilte die Ansicht des KZV-Vorstandsvorsitzenden und sagte zu, das Thema bei der nächsten Aufsichtsbehördentagung anzusprechen.

 

Jürgen Herbert, Präsident der Landeszahnärztekammer, thematisierte die Gruppenprophylaxe, die als Erfolgsmodell seit 1999 maßgeblich zur Verbesserung der kindlichen Zahngesundheit beitrug. Um die guten Erfahrungen auch künftig beibehalten zu können, regte Staatssekretär Andreas Büttner ein bilaterales Gespräch an.

 

Christian Keller, Präsident der Landesarchitektenkammer, forderte die Landesregierung auf, mehr Anstrengungen in die Digitalisierung zu investieren von der man sich einen deutlichen Effizienzgewinn verspreche. Keller fragte hierbei konkret nach Erleichterungen für die Bürger, z. B. hinsichtlich eines lange geplanten Online-Bauantrages. Ines Jesse, Staatssekretärin im MIL, berichtete über den Plan, ein diesbezügliches Projekt im August 2019 umzusetzen. Zunächst sollen einige Landkreise daran teilnehmen, ab August steht es auch den Bürgern offen. Klärungsbedarf besteht laut Keller auch bei der gesetzlichen Regelung für die Bauabnahme, wobei speziell für private Bauherren noch Konkretisierungsbedarf besteht. In einem weiteren Punkt wurde die gemeinsame Listenführung der Architekten sowie der Ingenieurkammer besprochen, die baurelevanten Berufsgruppen dazu dient, sich bei Bauherren bekannt zu machen. Derzeit wird dieser Listeneintrag noch nicht durch die beteiligten Kammern koordiniert, was bei allen Beteiligten für unnötigen Aufwand sorgt. Unter Beteiligung der obersten Bauaufsichtsbehörde soll dieses Verfahren im Sinne der Transparenz besser abgestimmt werden.

 

Für die Berufsgruppe der Heilpraktiker wandte sich Frank Haseloff, Vorsitzender der Heilpraktiker-Union an die Vertreter der Landesregierung und forderte das Ende der öffentlichen Diskreditierung. Mit der Bitte um ein Gespräch mit der Gesundheitsministerin überreichte er eine Themenliste. Abschließend bedankten sich Staatssekretär Andreas Büttner und Präsident Thomas Schwierzy für den konstruktiven, inhaltlich wichtigen Austausch und die gute Zusammenarbeit, die durch solche Gesprächsrunden nur profitieren könne.

 

Thomas Baumgart

Foto zur Meldung: Freie Berufe in der Staatskanzlei November 2018
Foto: Freie Berufe in der Staatskanzlei November 2018

Mitgliederversammlung 2018

(27.11.2018)

Am 26. November fand in den Räumen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung die Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) statt. Vertreter und Vertreterinnen von 13 Mitgliedsorganisationen waren gekommen, um Bilanz über das vergangene Jahr zu ziehen und neue Aufgaben zu planen. Nach den Formalien, wie der Feststellung der Teilnehmerzahl und der Genehmigung der Tagesordnung und des Protokolls der Mitgliederversammlung 2017 erklärte LFB-Präsident Thomas Schwierzy die Mitgliederversammlung 2018 als beschlussfähig.

 

Die kontinuierliche Arbeit der Landesverbände im Einklang mit der guten Arbeit des Bundesverbandes der Freien Berufe, stärkt das Erscheinungsbild der Freien Berufe in der Öffentlichkeit und hilft, das Vertrauen der Menschen in diese Berufsgruppen zu stärken. Bei den Mitgliedern des LFB herrschte Einigkeit darüber, auch künftig für diesen Schulterschluss einzustehen. Der LFB konnte mit einigen Veranstaltungen die Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf die Anliegen der Freiberufler lenken. Wichtig für die Außenwirkung sind die jährliche Beteiligung am Neujahrsempfang „Horizonte“, die vom LFB organisierte Podiumsdiskussion mit den Landtagsfraktionen sowie die zahlreichen Treffen und Veranstaltungen, auf denen freiberufliche Themen eingebracht werden. In seinem Bericht ging Schwierzy auf die von ihm als Präsidenten wahrgenommenen Termine ein. Dazu zählen beispielsweise der Sommerempfang der brandenburgischen Zahnärzte, der Jahresempfang der Wirtschaftsprüferkammer und auch das jährlich stattfindende Treffen der Landesverbände der neuen Bundesländer gemeinsam mit dem LFB Berlin, diverse Telefonkonferenzen der Landesverbände sowie die Gremiensitzungen auf Bundesebene beim BFB. So war im Berichtszeitraum durchschnittlich wöchentlich etwa ein Termin wahrzunehmen.

 

Der Neujahrsempfang „Horizonte“ als gemeinsame Veranstaltung von Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer und LFB als Dachorganisation der Freien Berufe in Brandenburg bleibt auch in Zukunft eine wichtige Plattform, um die Leistungen der Freien Berufe in der Öffentlichkeit darzustellen. Der LFB ist sowohl auf der Einladungskarte präsent, die mit dem LFB-Logo versehen ist, als auch mit einem Redebeitrag des Präsidenten. Dafür beteiligt sich der LFB an den Kosten der Veranstaltung mit einer Kostenpauschale. Für das kommende Jahr ist die Beteiligung an an der Veranstaltung, die diesmal in Potsdam stattfindet, wieder eingeplant. Weiterhin berichtete Schwierzy über den Europatag der Bundeszahnärztekammer und kündigte in diesem Zusammenhang einen Besuch im Brüsseler Büro des BFB im Nachgang an die Europawahl am 26.05.2019 an. Damit der LFB auch im kommenden Jahr Flagge zeigen kann, wurden Extra-Mittel im Haushalt eingeplant.

 

Besonderes Anliegen des Präsidiums ist der Ausbildungskonsens. Die Ausbildung nimmt hinsichtlich des Mangels an Fachpersonal einen immer größeren Stellenwert ein. Der LFB-Präsident forderte die Mitgliedsverbände auf, sich weiterhin im Ausbildungskonsens zu engagieren und noch stärker als in den vergangenen Jahren Werbung für den Ausbildungspreis Brandenburg bei ihren jeweiligen Mitgliedern zu machen.

 

Der LFB veröffentlicht die LFB-Informationen mit drei Publikationen im Jahr. Auch für 2019 sind wieder mindestens drei Ausgaben als Online-Version vorgesehen. Insbesondere die Artikel der Landesingenieurkammer zu den Schülerwettbewerben seien immer wieder schöne Beispiele für die Neugierde der jungen Menschen und wie kreativ Wissenschaft sein kann. Thomas Schwierzy sprach dafür einen besonderen Dank aus. Die Image-Broschüre des LFB, die vor zwei Jahren erstellt wurde und die einen Überblick über die LFB-Mitgliedsorganisationen gibt, soll im kommenden Jahr für die Online-Version aktualisiert werden.

 

Zentrales Thema bei den Regularien einer Mitgliederversammlung ist der Verbandshaushalt. Der Präsident erläuterte den Jahresabschluss 2017, der durch das Steuerbüro Pfeilsticker erstellt wurde und stellte den Haushaltsplan für 2019 zur Diskussion.

 

Christian Rindfleisch, Präsident der Wirtschaftsprüferkammer, gab als Kassenprüfer Auskunft zur Haushaltsprüfung und empfahl die Entlastung des Präsidiums für das Haushaltsjahr 2017. Die Mitgliederversammlung stimmte diesem Antrag einstimmig zu. In der Diskussion um den Haushaltsplan für 2019 sprachen sich die Teilnehmer der Mitgliederversammlung dafür aus, mehr Geld für Veranstaltungen zu verwenden. Zusätzlich zur jährlich stattfindenden Podiumsdiskussion wurde eine Veranstaltung zum Thema Digitalisierung angeregt.

 

In seinem Bericht ging Thomas Schwierzy auch auf den Bundesverband der Freien Berufe ein und berichtete, dass Dr. Stephanie Bauer nach gut sechs spannenden und ereignisreichen Jahren die Geschäftsführung des BFB zum November abgegeben hat. Potsdams Nähe zu Berlin brachte es mit sich, dass man sich bei diversen Veranstaltungen traf und auch beim LFB war Frau

Dr. Bauer einige Male gern zu Gast. Schwierzy betonte, dass Frau Dr. Bauer mitgeholfen habe, den BFB in besonders unruhigen Zeiten auf Kurs zu halten und die heutige Entwicklung des BFB auch viel ihrem persönlichen Engagement zu verdanken habe und wünschte ihr für den weiteren beruflichen Werdegang alles Gute.

 

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung trafen sich die Mitglieder des LFB in der Staatskanzlei mit Vertretern der Landespolitik.

 

Thomas Baumgart

Foto zur Meldung: Mitgliederversammlung 2018
Foto: LFB-Mitgliederversammlung in Potsdam

Konjunkturumfrage

(14.11.2018)

Das Institut für Freie Berufe führt aktuell eine Online-Umfrage zum Konjunkturklima im zweiten Halbjahr 2018 durch. Die Befragung erfolgt vollkommen anonym, dauert 10 Minuten und ist bist zum 26.11.2018 online zugänglich. Hier der Link zur Teilnahme:

www.t1p.de/konjunktur-winter

Podiumsdiskussion 2018

(07.06.2018)

Um die Integration von Migranten zur Behebung des Fachkräftemangels ging es bei der Podiumsdiskussion des Landesverbandes der Freien Berufe Brandenburg am 6. Juni in Potsdam. Den Fragen der Freiberufler stellten sich Vertreter der Brandenburger Landtagsparteien. Für die CDU nahm die Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Europa, Migration und Integration, Barbara Richstein, an der Diskussionsrunde teil. Die SPD war vertreten durch den Sprecher für Wirtschaft und Digitalisierung, Helmut Barthel. Andrea Johlige, Sprecherin für Asyl-, Flüchtlings- und MigrantInnenpolitik repräsentierte DIE LINKE und für Bündnis 90/Die Grünen sprach Ursula Nonnemacher, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen. 

Die Diskussion drehte sich hauptsächlich um die zwei Fragen: Mit welchen Konzepten kann die Politik dem Mangel an Fachkräften und geeigneten Auszubildenden entgegensteuern? Wie können Migranten fit gemacht werden für den Arbeitsmarkt? Hierzu legten die Podiumsteilnehmer die Positionen der brandenburgischen Landtagsparteien dar und diskutierten sie mit dem Publikum. Gunnar Schupelius sorgte mit seiner Moderation für eine rasante und humorvolle Veranstaltung.

Foto zur Meldung: Podiumsdiskussion 2018
Foto: LFB-Präsident Thomas Schwierzy eröffnet die Podiumsdiskussion

Freie Berufe in der Staatskanzlei

(21.03.2018)

(LFB) Am 19. März trafen sich die Präsidenten der LFB-Mitgliedsorganisationen in der Potsdamer Staatskanzlei zum Austausch mit dem Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke und Vertretern der Landesregierung. Schwerpunkte waren diesmal der baulich-planerische Bereich sowie ein ziemlich heikles Thema der Berufsausübung.

 

Modernes Wohnen erfordert neue Konzepte

Wohnen in Brandenburg ist eine komplizierte Angelegenheit. Wohnungen Im Speckgürtel sind knapp und teuer, in der Landeshauptstadt sieht es noch schlimmer aus. Auch wenn momentan viel gebaut wird, hinkt das Angebot der Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum weit hinterher. Weil diese Situation nicht nur für die Menschen unerträglich ist, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung bremst, wird sie von der Landesregierung mit großer Aufmerksamkeit beobachtet.

Für neue Konzepte steht die Brandenburgische Architektenkammer mit ihrem Präsidenten Christian Keller. In einer präzisen Analyse formulierte der oberste brandenburgische Architekt die Punkte, die kostengünstiges Bauen erschweren und präsentierte moderne, am Gemeinwohl orientierte Lösungsvorschläge.
 

Preistreiber im Wohnungsbau ist neben den Grundstückspreisen der Trend zu Singlehaushalten, welcher den Flächenverbrauch und die Baukosten wachsen lässt. Als größtes Übel erweist sich jedoch die geradezu absurde Zahl an Normierungen: Laut Fraunhofer-Institut existieren im Baubereich 17486 Normen und Vorschriften – ein weites Feld vor allem für Rechtsanwälte.

In ihrem Ziel waren sich die Vertreter der Landesregierung mit Architektenkammer-Präsident Keller einig: Attraktive Wohnstandorte zu entwickeln, geht weit über den Bau von Sattelitenstädten am Stadtrand hinaus. Keller: „An der Baukultur erkennen wir den Zustand der Gesellschaft“. Die häufig gesichtslosen Neubauquartiere ohne soziales Umfeld schaffen keine Identität, denn zum Wohnen braucht es mehr als das schicke Einfamilienhaus. Zusätzlich problematisch: die künstlich erzeugten Verkehrsströme aufgrund der mangelnden Infrastruktur. Laut Keller gehören Infrastruktur und Wohnen zusammen, wie auch die Kirche ins Dorf gehört. Doch auch neuen Ideen dürfe man sich nicht verschließen: Statt auf das klassische Wohnen im eigenen Haus zu setzen, müsse angesichts der veränderten Lebensentwürfe auch über neue Wohnformen, beispielsweise in Genossenschaften oder in kooperativen Entwürfen, nachgedacht werden. Die Entwicklung neuer Wohnquartiere sollte dabei einem Innenstadtentwicklungsplan folgen, der die Förderung neuer Bauvorhaben an eine Erschließung im innerstädtischen Bereich koppelt, die kreative Verwertung von Rest- und Splitterflächen eingeschlossen. Durch eine Besteuerung des Bodenwertes in den Innenbereichen könnte die zunehmende Spekulation mit teurem Baugrund unattraktiver gemacht werden. Der Präsident der Architektenkammer mahnte auch Korrekturen in der Förderpolitik an, die in einem längeren Zeitraum gedacht werden solle, um Förder“wellen“ zu vermeiden.
 

Man war sich einig, dass die komplexen Fragen nur der Gemeinsamkeit aller Akteure angegangen werden können. Ministerpräsident Woidke signalisierte die Bereitschaft der Landesregierung zur engen Zusammenarbeit.
 

Durch Teilhabe Ausgrenzung verhindern

Wie eng Leben und Wohnen mit sozialer Teilhabe und Identität einhergehen, griff Christian Keller auch bei seinem nächsten Thema auf, der gelebten Demokratie. Der Cottbuser sieht mit Sorge die Entwicklung in seiner Umgebung, in der sich viele Menschen abgehängt und von denen „da oben“ im Stich gelassen fühlen. Ihre Wut äußern sie in Fremdenhass und der Zuwendung zu extremistischen Parteien. Indem man diese Menschen anspricht und in konkrete Projekte einbindet, so Keller, könne man sich der Stimmung entgegensetzen und einige wieder zur Teilhabe ermutigen. Als gut funktionierendes Beispiel nannte er das Projekt „Stadtentdecker“, in dem Kinder und Jugendliche ihre Heimatstadt besser kennenlernen, Vorschläge für Veränderungen einbringen können und somit für die Stadtentwicklung begeistert werden. Um mehr Menschen in ähnlichen Projekten in die Entwicklung ihres Lebensumfelds einzubeziehen, sei eine gemeinsame Kraftanstrengung erforderlich. Für seine Ideen erhielt Christian Keller eine breite Zustimmung.
 

Wenn Leistung sich nicht lohnt

Um existentielle Probleme bei den akademisch ausgebildeten Restauratoren ging es im Redebeitrag des Präsidenten des Verbandes der Restauratoren, Prof. Jan Raue. Die Berufsbezeichnung „Restaurator“ ist im Land Brandenburg nicht geschützt, was jedem, der sich dazu berufen fühlt, die Möglichkeit eröffnet, eine freiberufliche Tätigkeit ohne nachgewiesene Berufsqualifikation auszuüben. Auch das Handwerk rüstet auf. Mit einer Zusatzqualifikation von ca. 600 Stunden kann aus einem Meister ein Restaurator werden, der dann mit einer Einstufung von DQR-Niveau 7 Anspruch auf eine bessere Bezahlung hat, als sein Kollege nach einem Fachhochschulstudium.

Dass sich junge Leute nach sieben Jahre auf der Fachhochschule und erfolgreichem Bachelor- und Master-Abschluss frustriert abwenden, ist nur zu verständlich. Die derzeitige Praxis, die komplett dem ordnungspolitischen Verständnis widerspricht, zieht bereits Erosionserscheinungen an der Hochschule nach sich: In Erfurt musste der erste Restauratoren-Bachelorstudiengang mangels Bewerbern geschlossen werden.
Steht die Frage, wem wir unser kulturelles Erbe in Zukunft anvertrauen möchten.
Dietmar Woidke regte an, über einen dualen Studiengang nachzudenken, was von Prof. Raue sehr begrüßt wurde. Aufmerksamkeit erregte auch der Vorschlag der Einrichtung einer Fachkommission unter Beteiligung der Ingenieurkammer.

 

Ausbildungsstandort im Norden erforderlich

Auf offene Ohren stieß auch der Präsident der Landeszahnärztekammer, Jürgen Herbert, der die Ausbildungssituation thematisierte und auf einen fehlenden Ausbildungsstandort in Brandenburgs Norden verwies.

 

In den über zwei Stunden mit dem Ministerpräsidenten und den Vertretern der Landesregierung ging es um konkrete Ideen für das Land, für die Teilhabe der Menschen, die Brandenburg als ihre Heimat betrachten. Die Projekte im Zusammenspiel mit den Bildern der neuen Imagekampagne von der Weite der brandenburgischen Landschaft, den Seen und Badestellen im Brandenburger Sommer lassen durchaus erahnen, was es heißt, sich in Brandenburg zu Hause zu fühlen.

 

Seitens der Landesregierung nahmen neben Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke am politischen Austausch teil: Dr. Ulrike Gutheil, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie, Elfi Heesch, Abteilungsleiterin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, Dr. Christian Menzel, Referatsleiter.

Foto zur Meldung: Freie Berufe in der Staatskanzlei
Foto: Präsidenten der LFB-Mitgliedsorganisationen mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke

Horizonte 2018

(12.01.2018)

Auf Einladung der 15 brandenburgischen Kammern sowie des Landesverbandes der Freien Berufe fand der Neujahrsempfang „Horizonte 2018“ am 11. Januar im Holiday Inn Conference Center am Berliner Flughafen statt. In ihren durchweg von Optimismus geprägten Statements begrüßten der diesjährige Gastgeber, der Präsident der Cottbuser Handwerkskammer Peter Dreißig, LFB-Chef Thomas Schwierzy und der brandenburgische Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke die mehr als 400 Gäste aus Wirtschaft, Handwerk, Politik und Verwaltung. Dreißig charakterisierte die brandenburgische Wirtschaft als stabil und „trotz Turbulenzen in Berlin auf Kurs geblieben“. In einem Appell an die künftige Bundesregierung warnte er vor einem übereilten Ausstieg aus der Braunkohle der zahlreiche Industriearbeitsplätze in Brandenburg in Gefahr bringen würde.

Thomas Schwierzy, Präsident des Landesverbandes der Freien Berufe Brandenburg, verwies auf die gute Lage im Bereich der Freien Berufe, die dadurch im vergangenen Jahr erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes beigetragen haben. Er dankte der Landesregierung für ihr Nein zum Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten – eine eindeutige Positionierung und Unterstützung für die Apotheke vor Ort. Auch im Namen der Ingenieure, deren Auftragsbücher aufgrund hoher Investitionen des Landes gut gefüllt sind, sprach Schwierzy ein Lob aus. Die Wertschätzung der Freiberufler durch die Landesregierung sei erfreulich und er hoffe auch künftig auf einen engen Schulterschluss.

Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke konnte auf die positive wirtschaftliche Entwicklung verweisen. In einer Unternehmensbefragung in brandenburgischen Betrieben sahen 95 Prozent ihre Lage als gut ein und erwarteten eine weitere positive Entwicklung. Woidke: „Die Rahmenbedingungen stimmen und die Wirtschaft in Brandenburg ist stark wie nie zuvor“. Für die nächste Zeit stellte er erhebliche zusätzliche Mittel in Aussicht, die in den Breitbandausbau, den öffentlichen Nahverkehr und den Straßenausbau fließen. Auch im Bildungsbereich sollen die Gelder als direkte Investition in die Zukunft gezielt eingesetzt werden. Die angespannte Fachkräftesituation stelle, so Woidke, schon heute eine Gefahr dar. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sie sich auf die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes auswirkt.“ Er forderte die Anwesenden auf, mehr für die duale Ausbildung als Start in eine gesicherte berufliche Perspektive zu tun.

Eine weitere Herausforderung sah Ministerpräsident Woidke in der Digitalisierung. Mit schnellen Netzen allein sei es nicht getan. Woidke versprach Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen, damit diese von der schnellen Entwicklung nicht abgehängt würden. Digitalisierung mache vor keiner Firma halt. Sie aus Alters-, Zeit- oder finanziellen Gründen abzulehnen, hält Woidke für gefährlich.

Im Flughafenhotel kam der Regierungschef um das leidige Thema BER nicht herum. Auch wenn er nur wenige Worte darüber verlor, war die Botschaft klar: Er werde daran arbeiten, dass das wichtigste Infrastrukturprojekt des Landes an den Start kommt: „Wir werden es realisieren und es wird einen wirtschaftlichen Schub bringen“.

Der Abend endete mit vielen Gesprächen und einem intensven Austausch.

 

Fotos: Foto Goethe, Peter Thierfeld  Poeschel

 

Foto zur Meldung: Horizonte 2018
Foto: Horizonte 2018

Stellungnahme des BFB zur Berufsreglementierung

(07.11.2017)

Mit einer Stellungnahme reagiert der BFB auf die Reformempfehlungen der Europäischen Kommission für die Berufsreglementierung

Gesprächsrunde in der Staatskanzlei

(06.11.2017)

Am 6. November trafen sich die Mitglieder des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) zu ihrer jährlichen Gesprächsrunde mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke in der brandenburgischen Staatskanzlei in Potsdam. Weil Woidke nach den Querelen um die zurückgezogene Kreisreform die Parteispitze neu ordnen musste, verlief das jährliche Treffen der Mitgliedsverbände des Landesverbandes der Freien Berufe (LFB) ohne den Landesvater. An seiner Stelle standen die Staatssekretäre Almuth Hartwig-Tiedt und Hendrik Fischer, Referatsleiter Dr. Christian Menzel sowie Marcus Lübke Rede und Antwort zu Fragen und Problemen, die sich hinderlich auf die berufsständische Entwicklung auswirken und gemeinsam mit der Politik gelöst werden müssen.

 

Versandapotheken bedrohen die Apotheken vor Ort

Als existenzbedrohend für die meist mittelständischen Apotheken vor Ort schilderte der Präsident der Apothekerkammer, Jens Dobbert, Wettbewerbsverzerrungen durch das zunehmende Auftreten von Versandapotheken. Während regionale Apotheken an die Arzneimittelpreisverordnung gebunden sind, haben die großen Versandapotheken eine Rabattschlacht eröffnet, um in den Markt vorzudringen. Ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten für die Kleinen sind die Folge. Die Apotheker fordern nunmehr eine Gesetzesinitiative zur Sicherung der politischen Rahmenbedingungen. Stichworte: Erhalt der Gleichpreisigkeit, Apothekenpflicht von Arzneimitteln, Verbot von Fremd- und Mehrbesitz sowie des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Anpassung der Apothekenentgeltordnung mindestens alle zwei Jahre. Die Landesregierung, welche die Forderungen unterstützt, wird sich nach Abschluss der Koalitionsvereinbarungen beim künftigen Bundesgesundheitsminister für das Anliegen der Apotheker einsetzen.

 

Der „Schärfung der Sinne“ diente ein Einwurf des Präsidenten der Rechtsanwaltskammer, Dr. Frank Engelmann, in dem er Globalisierung und Internet als eine neue Konkurrenz für die Freien Berufe ausmachte. Für die gesellschaftliche Entwicklung sei es unumgänglich, die Orientierung am Gemeinwohl nicht aus dem Auge zu verlieren. Staatssekretärin Hartwig-Tiedt regte eine berufsübergreifende Fachtagung unter dem Dach der Landes- oder Bundesorganisation der Freien Berufe an.

 

Sorgen um den Nachwuchs

Ärzte- und Zahnärzteschaft besorgt der Nachwuchsmangel. Beide Körperschaften sind bemüht, die Landesregierung für das Problem zu sensibilisieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln, um junge Ärzte und Zahnärzte für ländliche Regionen zu gewinnen. Hierbei beklagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Peter Noack, Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Bundesländern. Nach dem Beispiel anderer Bundesländer, forderte der oberste Kassenarzt auch von der brandenburgischen Regierung eine finanzielle Beteiligung im Rahmen der Niederlassungsförderung. Mit den Worten „Geld ist nicht alles“, begegnete Staatssekretärin Hartwig-Tiedt dem Anliegen mit einer gewissen Skepsis. Sie appellierte an die Ärzte, wirksame Konzepte zu entwickeln und die Kommunen mit ins Boot zu holen, um junge Ärzte für den ländlichen Raum zu begeistern.

 

Die Vizepräsidentin der Landeszahnärztekammer, Bettina Suchan, verwies auf die ähnliche Situation im zahnärztlichen Bereich. Da der Ernst der Lage im zahnärztlichen Bereich bisher noch nicht in dieser Deutlichkeit angesprochen wurde, empfahl Staatssekretärin Hartwig-Tiedt den Austausch mit der Ärzteschaft zu suchen, um gemeinsame Strategien zu entwickeln und die Problematik an das Gesundheitsministerium heranzutragen.

 

Die Bürger mitnehmen

Der neu gewählte Präsident der Architektenkammer, Christian Keller, thematisierte die Politikverdrossenheit vieler Menschen, deren Ursache er in mangelnder Partizipation und Kommunikation sah. Wie bei allen gesellschaftlichen Prozessen, gelte dies auch beim Bau und in der Stadtentwicklung. Anstatt über künftige Nutzer hinweg zu entscheiden, könne man sie in einbinden, was zu größerer Akzeptanz und Zufriedenheit führen würde. Bezahlbarer Wohnraum sei, so Keller, in einer zunehmenden Zwei-Klassen-Gesellschaft unabdingbar für den Erhalt des sozialen Friedens. Um die Prozesse des Planens und Bauens auch für Laien sichtbar zu machen, regte der Architekt die Förderung einer Baukultur-Stiftung an.

 

Zusätzliche Belastungen durch neue Datenschutzvorgaben befürchtet

Für Unsicherheit sorgt immer wieder das Thema Datensicherheit/Datenschutz. Rainer Großmann, Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Physiotherapie, erkundigte sich nach dem Umgang mit der kürzlich verabschiedeten Datenschutzrichtlinie der EU. Bekannt sei, dass auf die Praxen bei Nichteinhaltung hohe Strafen zukommen, jedoch bestehe keine Klarheit hinsichtlich der erforderlichen Maßnahmen. Hier kündigten die Vertreter der Landesregierung die Schaffung eines Kompetenzzentrums an, in dem Unternehmen und eventuell auch Freiberufler ein Coaching einholen können.

 

Foto zur Meldung: Gesprächsrunde in der Staatskanzlei
Foto: Die Vorsitzenden der LFB-Mitgliedsverbände in der Staatskanzlei

Start der Bewerbungsfrist für den Brandenburgischen Ausbildungspreis

(29.06.2017)

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Landesverband der Freien Berufe als Partner des Ausbildungskonsenses mit einem Preisgeld von 1000,00 Euro für den besten Ausbildungsbetrieb.
Wir hoffen, dass eine Firma aus unseren Reihen zu den Gewinnern zählt. 
Alle Details sowie einen Bewerbungsbogen findet man auf der Internetseite „Ausbildung in Brandenburg“  http://www.ausbildungskonsens-brandenburg.de/index.php?id=34

Foto zur Meldung: Start der Bewerbungsfrist für den Brandenburgischen Ausbildungspreis
Foto: Start der Bewerbungsfrist für den Brandenburgischen Ausbildungspreis

Neujahrsempfang "Horizonte 2017"

„Auch wenn wir es nicht euphorisch nach außen tragen – wir können zufrieden sein. Die Wirtschaft läuft gut in Brandenburg.“ Das sagte Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke beim Neujahrsempfang „Horizonte“ der Brandenburger Kammern vor etwa 400 Gästen aus Politik und Wirtschaft. Woidke sieht sein Bundesland als Motor für Ostdeutschland. Dennoch, so Woidke, „heißt es hart dranbleiben, denn uns wird nichts geschenkt“. Nachzuholen habe das Land beim Thema Digitalisierung. Der Breitbandausbau sei in Brandenburg erst unzureichend vorangekommen. „Hier werden wir noch eine Schippe nachlegen“, versprach der Ministerpräsident. Bis 2019 sollen für den Ausbau der Netze 80 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt fließen.

 

Ähnlich positiv schätzte auch Ulrich Müller, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg die wirtschaftliche Situation in den meisten Branchen ein. Auch wenn er an den weiteren Aufschwung glaubt - in unserer globalisierten Welt sei die Lage komplizierter geworden. Mit einfachen Antworten könne man nicht auf Entwicklungen wie den Brexit und den neuen amerikanischen Präsidenten reagieren. Dennoch gebe es keinen Grund, in Depressionen zu verfallen. Alles deute darauf hin, dass sich die stabile Entwicklung fortsetze.

 

Die Begrüßung im Namen des Landesverbandes der Freien Berufe übernahm Dipl.-Med. Thomas Schmidt, langjähriger Präsident und heutiger Ehrenpräsident des LFB anstelle des erkrankten Präsidenten Thomas Schwierzy. Auch für die brandenburgischen Freiberufler bilanzierte Schmidt ein positives Jahr 2016. Seinen kritischen Blick richtet der Zahnarzt auf die europäische Kommission. Von dort kämen viele Signale, die, so Schmidt, „darauf schließen lassen, dass nicht mehr am Gemeinwohl ausgerichtete freiberufliche Interessen, sondern knallharte wirtschaftliche Ziele in den Vordergrund gerückt werden“. Die zunehmende Ökonomisierung mit Kettenbildungen im Gesundheitswesen, Medizinischen Versorgungszentren und Online-Handel im pharmazeutischen Bereich begünstige Kapitalgeber und mache dem Freiberufler um die Ecke starke Konkurrenz. Der langjährige LFB-Präsident warf Brüssel Kurzsichtigkeit vor, wenn es Berufsregeln unter den Generalverdacht stelle, Wirtschaftsbremser zu sein und dabei den Verbraucherschutz außer Acht lasse. So könne man dem Ärztemangel auf dem Land keinesfalls beikommen. Schmidt forderte mehr Ausgleich zwischen Kapitalinteressen und Gemeinwohl sowie bessere Rahmenbedingungen für Freiberufler.

 

Als letzter Redner äußerte sich Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen IHK zu dem Thema, das viele exportierende brandenburgische Firmen besorgt: dem Brexit.

 

Rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport und dem öffentlichen Leben kamen zum Neujahrsempfang „Horizonte 2017“ in das Kleist Forum nach Frankfurt/Oder. Gastgeber waren die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, Handwerkskammer Cottbus, Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg, Handwerkskammer Potsdam, Landesapothekerkammer Brandenburg, Rechtsanwaltskammer des Landes Brandenburg, Notarkammer Brandenburg, Steuerberaterkammer Brandenburg, Wirtschaftsprüferkammer in Brandenburg, Brandenburgische Architektenkammer, Brandenburgische Ingenieurkammer, Landeszahnärztekammer Brandenburg, Landestierärztekammer Brandenburg sowie der Landesverband der Freien Berufe Land Brandenburg e.V.

Foto zur Meldung: Neujahrsempfang "Horizonte 2017"
Foto: Die Präsidenten und ihre Gäste

Neuwahl des Präsidiums

Am 22. September wählte der Landesverband ein neues Präsidium.

Präsident: Thomas Schwierzy

Vizepräsident: Dr. Till Bellinghausen

Schatzmeister: Thomas Baumgart

Beisitzer: Rainer Grossmann

Beisitzer: Ralf Fox

Ehrenpräsident: Dipl.-Med. Thomas Schmidt

Foto zur Meldung: Neuwahl des Präsidiums
Foto: Das neue Präsidium