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Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. - Land Brandenburg / OV Potsdam

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14467 Potsdam



Aktuelle Meldungen

Offizielle Volkstrauer in Potsdam erneut ohne Zeitzeugen

(10.11.2010)

Die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Potsdam und des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag wird auch 2010 unter Ausschluss von Zeitzeugen stattfinden. Am Sonntag, dem 14.11.10 werden stattdessen Ministerpräsident Matthias Platzeck und der niederländische Botschafter Marnix Krop in der Trauerhalle des Neuen Friedhofes sprechen.

 

Die Potsdamer Ortsgruppe der VVN-BdA und die Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär kritisieren die städtische Gedenkpolitik am Volkstrauertag. Wir sind der Auffassung, dass an diesem Tag nicht staatliche Repräsentanten stellvertretend für ganze Staaten, Nationen und Opfergruppen trauern sollten. Vielmehr sollte das Wort den Opfern von und den Kämpfer/innen gegen Faschismus und Krieg gehören.

 

Auch 2010 werden wir parallel zum offiziellen Gedenken eine eigene Gedenkveranstaltung durchführen. In den letzten Jahren ist es immer schwieriger geworden, Zeitzeug/innen zu finden, denen die Teilnahme an unserer Gedenkveranstaltung gesundheitlich noch zumutbar ist.

 

Daher sind wir besonders froh, dass wir mit Inge Maja Weiße eine Persönlichkeit für die Gedenkrede gewinnen konnten, die noch aus eigenem Erleben über Krieg und NS-Verfolgung berichten kann. So sollen die in Potsdam seit Jahren ausgegrenzten Zeitzeug/innen weiterhin eine Stimme erhalten.

 

 

Wir treffen uns am 14.11.10 11.30 Uhr am Haupteingang des Neuen Friedhofs.

 

Alle Potsdamer/innen und interessierte Journalist/innen sind herzlich eingeladen.

 

 

 

Markus Pilarski

OV VVN-BdA Potsdam

Gedenken an die Ermordung Herbert Ritters

(09.11.2010)

 

Am Freitag, dem 12.11.2010 führen die Ortsvereinigung der VVN-BdA Potsdam und die AG Gedenken-Erinnern-Mahnen der Ultras Babelsberg eine gemeinsame Gedenkveranstaltung durch, um an die Ermordung Herbert Ritters erinnern, die sich an diesem Tage zum 69. Male jährt.

 

Herbert Ritter war das erste Todesopfer des deutschen Faschismus in Nowawes, als er bereits 1931 im Alter von 17 Jahren auf dem damaligen Friedrichskirchplatz erschossen wurde.

 

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen werden Babelsberger Fußballfans eine Spezialausgabe des Fanzines 'Herzschlag' präsentieren, das sich mit dem Leben Herbert Ritters auseinandersetzen wird. Darin werden die Ergebnisse einer mehrmonatigen Aktenrecherche u.a. in den damaligen Kriminalakten des Mordfalles zusammengefasst.

 

Ebenso werden wir uns an diesem Tage kritisch mit der Gedenkpolitik der Stadt Potsdam auseinandersetzen und einige unerwartete Einblicke in den Umgang der Stadt mit Herbert Ritter geben.

 

Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein:

 

Gedenken an Herbert Ritter

Freitag, 12.11.2010

10 Uhr Babelsberg, Weberplatz

 

 

Freundliche antifaschistische Grüße

 

VVN-BdA Potsdam & AG Gedenken-Erinnern-Mahnen der Ultras Babelsberg

 

 

 

VVN-BdA gegen Verpackung des Deserteursdenkmals

(08.07.2010)

VVN-BdA gegen Verpackung des Deserteursdenkmals

 

Die Potsdamer Ortsvereinigung der VVN-BdA lehnt die von Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung beantragte Einhausung des Potsdamer Deserteursdenkmals ab.

 

Wir bedauern, dass die bisherige Diskussion ohne Beteiligung der Opfer- und Interessenverbände erfolgte. So wurden weder der Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V. noch die Bundesvereinigung Opfer des NS-Militärjustiz e.V. oder die VVN-BdA bislang auch nur zu dem Vorhaben informiert. Nicht einmal der Eigentümer des Deserteursdenkmales, das als Dauerleihgabe eines Bonner Trägervereins in Potsdam steht, wurde befragt.

 

Eine Einhausung der Marmorskulptur im Winter schont zwar das Material. Andererseits schränkt die Verpackung aber die Wahrnehmbarkeit des antimilitaristischen Kunstwerkes im öffentlichen Raum ein. Das Denkmal steht dann auch zeitweise als Gedenkort für Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung. Gerade im Winter finden am Platz der Einheit alljährlich wichtige Gedenktermine z.B. am 9.11. anlässlich der Pogromnacht, am 27.01. anlässlich der Befreiung des KZ Auschwitz oder am 30.01. anlässlich der Machtübergabe an die Nazis statt.

 

Die VVN-BdA sieht in dem Antrag der Grünen-Fraktion die Gefahr, dass sich das Gedenken vom Platz der Einheit in die (von den NS-Opfern abgelehnte) Sammelgedenkstätte der Lindenstraße 54 oder zum Tätersymbol der Garnisonkirche verlagert. Wir werden es nicht hinnehmen, dass das Gedenken an die Opfer des NS-Systems derart missbraucht oder relativiert wird.

 

Gegen die regelmäßige Reinigung des Deserteursdenkmales haben wir natürlich nichts einzuwenden. Auch das Denkmal für die Opfer des Faschismus am Platz der Einheit sollte in die regelmäßige Reinigung einbezogen werden. Nachdem es jahrelang wegen der unsachgemäßen Bewässerung der benachbarten Grünanlagen durch eisenhaltiges Wasser verschmutzt wurde, halten wir eine Reinigung auf Kosten der Stadt schon nach dem Verursacherprinzip für überfällig.

 

Marcus Pilarski

Bereits 2.000 Unterschriften für erste antifaschistische Volksinitiative in Brandenburg

(02.06.2010)

Anlässlich der Befreiungsfeierlichkeiten, die in den Gedenkstätten des Landes Brandenburg in den letzten April-Tagen stattfanden, stellte die VVN-BdA Brandenburg eine Volksinitiative für die Schaffung würdiger Erinnerungsorte an die während der NS-Zeit in Brandenburg Verfolgten und Ermordeten vor.

 

Mit der Volksinitiative sollen konkrete Schritte zur Schaffung würdiger Gedenk- und Erinnerungsorte eingefordert werden. Außerdem sollen Erinnerungsorte an die NS-Verfolgung in Brandenburg künftig bevorzugt bei der Vergabe von Fördermitteln und der Beräumung von Fundmunition berücksichtigt werden.

Beispielhaft stehen dafür das Vernichtungskommando Klinkerwerk des KZ Sachsenhausen, das Mädchen- und Jugend-KZ und spätere Vernichtungslager Uckermark und das KZ und Vernichtungslager Lieberose.

 

Ab dem 01.05.2010 läuft in vielen Orten Brandenburgs die Sammlung der Unterschriften.

 

Die große Resonanz hat uns selbst überrascht.

Innerhalb der ersten zwei Wochen wurden mehr als 1.000 Unterschriften an unsere Geschäftsstelle zurückgesandt, aktuell (Stand 31.05.10) haben bereits ca. 2.000 Bürger/innen unser Anliegen unterstützt.

 

Weitere Informationen unter:

http://brandenburg.vvn-bda.de/erinnerungsorte

 

der Landesvorstand der VVN-BdA Brandenburg

Foto zur Meldung: Bereits 2.000 Unterschriften für erste antifaschistische Volksinitiative in Brandenburg
Foto: Bereits 2.000 Unterschriften für erste antifaschistische Volksinitiative in Brandenburg

Gedenken an ums Leben gekommene Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter

(15.04.2010)
Die VVN-BdA Potsdam gedachte gestern auf dem Goethefriedhof in Potsdam-Babelsberg der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die während des Luftangriffes in der Nacht vom 14. auf den 15. April ums Leben kamen. Vertreter_innen der Stadt Potsdam nahmen nicht teil.

 

Beim Luftangriff auf die Stadt Potsdam in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945 starben:

 

Andrej Bokolow - Falkow - Larion Fessak - Halina Fessak - Joseph Gaschow - Wladimir Biegle - Wasili Koczin - Philipp Kojgatschuk - Alexander Koljanetz - Fedor Konas - Dimitro Krassilnik - Nikolai Kwaschka - Alexander Livinski - Wasil Markow - Iwan Martschuk - Paul Mucik - Antoni Nassaruck - Michael Sassonow - Kusma Schamjruk - Peter Sorokin - Philipp Sortschuk - Iwan Starotschuk - Valentin Stognuschenko - Nina Synatowitsch - Stanislau Szeczesny - 8 unbekannte Tote


Etwa 16.000 Frauen und Männer aus den von Nazi-Deutschland besetzten Ländern wurden in Potsdam zwischen 1938 bis 1945 zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen. Von ihrer Arbeitskraft profitierten Unternehmen wie zum Beispiel Frieseke und Höpfner, Spezialwerk für Flugzeugtechnik in der Großbeerenstraße, wo seit 1940 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter arbeiteten mussten. 1942 waren dort 700 Zwangsarbeiter_innen beschäftigt. An über weiteren 70 Orten in Potsdam wurden Arbeitskräfte aus Polen, den Ländern der Sowjetunion, aus Frankreich und den Niederlanden für die Kriegsproduktion eingesetzt.

 

Die VVN-BdA Ortsvereinigung Potsdam kritisiert die fehlende Beteiligung der Stadt Potsdam am Gedenken an die Zwangsarbeiter_innen. Es waren keine Aktivitäten seitens der Stadt Potsdam erkennbar - weder an der 2008 in der Großbeerenstraße vor dem ehemaligen Wachhaus der Firma Frieseke und Höpfner eingeweihten Gedenkstele an die dort ausgebeuteten Menschen noch an der Grabstelle für die beim Luftangriff ums Leben gekommenen Zwangsarbeiter_innen auf dem Goethefriedhof.

 

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Gedenkveranstaltung stellten fest, dass am Friedhofseingang Hinweise auf den Gedenkstein fehlen und die Inschrift auf der Wetterseite des Steines nicht mehr lesbar und deshalb dringend erneuerungsbedürftig ist.

[brandenburg.vvn-bda.de]

Foto zur Meldung: Gedenken an ums Leben gekommene Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
Foto: Gedenken an ums Leben gekommene Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter