sperr_mich@analyse.verwaltungsportal.eu

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesvorstand Brandenburg

Alleestr. 6A
14469 Potsdam

Telefon (0331) 271840

Telefax (0331) 2718430


Aktuelle Meldungen

Bildungsstreik findet Fortgang im universitären Senat - Studis fordern Einsatz der Uni für studentischen Tarifvertrag

(14.07.2009)

Rund 80 Studierende nahmen am vergangenen Donnerstag an der Senatssitzung der Universität Potsdam teil und forderten die Umsetzung der Forderungen des Bildungsstreiks vom 15. - 19. Juni 2009. Konkret beschloss der Senat die Abschaffung der pauschalen Master-Zulassungsbeschränkungen vom Übergang vom Bachelor zum Master sofern die Kapazitäten der Uni dies zulassen.

 

Ein weiterer Punkt - die Kritik an der Anwesenheitspflicht in den meisten Lehrveranstaltungen - fand im akademischen Senat ebenfalls eine klare Mehrheit; auch unter den ProfessorInnen: Ohne Gegenstimme und bei lediglich einer Enthaltung forderte der Senat die Lehrenden an der Universität auf, bereits ab dem kommenden Semester auf Anwesenheitslisten zu verzichten.

 

Des weiteren formulierte der Senat auf Antrag der Studierenden die Aufgabenstellung an das Präsidium, bis zum Januar 2011 ein Modell für ein generelles Teilzeitstudium zu erarbeiten. Zudem ging dem Universitätspräsidium und dem Senat als höchstem beschlussfassenden Gremium der Universität ein Papier zu, in welchem die Studierenden in Kooperation mit dem Landesausschuss der Studentinnen und Studenten (LASS) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Positionierung der Universität zu einem Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und wissenschaftliche Hilfskräfte forderten. Diese Positionierung wurde aus Zeitgründen auf  die Septembersitzung des Senats vertagt. Zu diesem Zeitpunkt soll es auch erste Antworten seitens der Universitätsleitung und -Verwaltung zu Fragen in Bezug auf eine stattgefundene Erhöhung der Löhne für studentische Beschäftigte geben. Diese erfolgt im Moment gestaffelt nach bereits erlangtem Studienabschluss.

 

„Die Erhöhung der Gehälter von Studierenden ohne bereits abgeschlossene Hochschulausbildung bzw. akademischen Grad um rund 10 % und damit ein Lohn von knapp über 8 Euro begrüßen wir. Langfristig streben wir aber weiterhin einen studentischen Tarifvertrag von 11 Euro an. Dies käme entspräche dem Berliner Modell, wo studentische Beschäftigte einen Tarifvertrag in Höhe von 10,98 Euro bekommen. Dies streben wir auch für Brandenburg an." kommentiert Nadine Günther, Sprecherin des LASS.

 

Die GEW-Studis fordern die Universitätsleitung auf, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei den anstehenden Tarifverhandlungen dafür einzusetzen, dass es zukünftig einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte in Brandenburg gibt. Auch das Land muss dann mehr Gelder zur Verfügung stellen und die Verantwortung (und Finanzierung) nicht ausschließlich an die Hochschulen übertragen.

 

Martin Seiffert von den GEW-Studis fasst die Kernpunkte zusammen, mit denen sich auch die Universitätsleitung / der Senat in seiner Sitzung im September auseinander setzen wird und positionieren soll: „Wir fordern einen Stundenlohn für studentische Beschäftigte von mindestens 11 Euro, die Einhaltung gesetzlich garantierter Rechte, die Gewährung von Weihnachts-, Urlaubs-, und Krankengeld, die Einhaltung vereinbarter Arbeitszeiten, eine Vertragsdauer von i. d. R. 4 Semestern, eine monetäre Vergütung der geleisteten Arbeit anstatt der Anrechnung von  Leistungspunkten auf das Studium, sowie die schon lange überfällige Etablierung eines studentischen Personalrates."

Foto zur Meldung: Bildungsstreik findet Fortgang im universitären Senat - Studis fordern Einsatz der Uni für studentischen Tarifvertrag
Foto: Bildungsstreik findet Fortgang im universitären Senat - Studis fordern Einsatz der Uni für studentischen Tarifvertrag