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Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e. V.

 
 

Breite Str. 7
14467 Potsdam

Telefon (0331) 2011830
Telefax (0331) 2011831
E-Mail E-Mail:
www.garnisonkirche-potsdam.de
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Das Innere der Garnisonkirche in der schlichten Form von 1732 - so könnte es wieder hergestellt werden, Foto 1898
Das Innere der Garnisonkirche in der schlichten Form von 1732 - so könnte es wieder hergestellt werden, Foto 1898

Potsdam war als preußische Königsresidenz und Garnisonstadt ein Gesamtkunstwerk. Sein Zentrum ist durch Kriegszerstörung und Abrisse in der DDR-Zeit entstellt. Wir wollen, dass es sein Gesicht und damit seine Identität zurückerhält. Der originalgetreue Wiederaufbau der berühmten Garnisonkirche ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Wir wünschen uns Ihre Begleitung auf diesem Weg, sei es als Mitglied in unserer Fördergesellschaft oder durch Spenden für den Wiederaufbau der Garnisonkirche. Auf Initiative des Industrieclubs Potsdam erging am 15. Januar 2004 der „Ruf aus Potsdam“. Ministerpräsident Matthias Platzeck, Innenminister Jörg Schönbohm und Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber übernahmen gemeinsam die Schirmherrschaft über das Wiederaufbauprojekt. Unsere Fördergesellschaft mit zahlreichen Projektgruppen und Freundeskreisen betreibt den Wiederaufbau in engem Zusammenwirken mit der Landeshauptstadt Potsdam und der Evangelischen Kirche. Baugeschichte und städtebauliche Bedeutung Philipp Gerlach schuf die Garnisonkirche 1730 – 1735 als ein Hauptwerk des preußischen Barock. Der 88,40 m hohe Glockenturm beherrschte das Stadtbild als Teil des berühmten Potsdamer „Drei-Kirchen-Blicks“ mit Nikolai- und Heiligengeistkirche. Zahlreiche Sichtachsen der von Peter Joseph Lenné (1789-1866) gestalteten Potsdamer Kulturlandschaft mit ihren Aussichtspunkten (seit 1990 UNESCO-Welterbe) treffen sich am Standort der Garnisonkirche. In der offenen Turmlaterne befand sich das 40 Glocken umfassende Glockenspiel des Amsterdamer Gießers Jan Albert de Grave (1666-1734), das seit 1797 in halbstündlichem Wechsel den Choral „Lobe den Herren“ und das Lied „Üb‘ immer Treu‘ und Redlichkeit“ erklingen ließ. Den Kirchenraum legte Gerlach als Quersaal mit umlaufenden Doppelemporen an, in dessen Mitte der bis heute erhaltene Altartisch stand. Oberhalb von Kanzel und Königsgruft Friedrich Wilhelm I. und Friedrich des Großen befand sich die berühmte Orgel des „preußischen Silbermann“, Joachim Wagner (1690-1749). Krieg und Bildersturm Nach dem großen britischen Bombenangriff am 14. April 1945 brannte die Garnisonkirche völlig aus. Nur wenige Ausstattungsstücke, darunter der sogenannte Feldaltar, konnten gerettet werden. Die Zivilgemeinde nutzte seit 1950 das Turmuntergeschoss als Heilig-Kreuz-Kapelle. Zwei aus Resten des Glockenspiels gegossene Bronzeglocken riefen zum Gottesdienst. Die im Frühjahr 1966 begonnene Turmsicherung wurde durch das SED-Regime gestoppt. Im Mai 1968 – zeitgleich mit der Leipziger Universitätskirche – begann die Sprengung. Erhalten sind der Grundbau, Teile des architektonischen Schmucks, ein Portalgitter und einige transportable Ausstattungsstücke. Genaue Aufmaßzeichnungen von einer Instandsetzung 1926/29, eine umfangreiche Fotodokumentation vieler architektonischer Details sowie zahlreiche Bauakten erleichtern den Wiederaufbau. Symbolbedeutung Die Potsdamer Garnisonkirche stand symbolhaft für christlich verantwortetes Handeln für die Gemeinschaft, für die Verbindung von Gottesglauben und “preußischen Tugenden“. Als Ort der Vereinigung von Reformierten und Lutheranern zur Union war sie die Kirche einer gelungenen Ökumene. Mit dem „Tag von Potsdam“ suchten die Nationalsozialisten die Garnisonkirche als Symbol der positiven preußischen Werte für ihre Ziele zu nutzen – andererseits war sie geistliche Heimat für zahlreiche Offiziere des 20. Juli 1944. Wie kein anderes Bauwerk in Deutschland ist die Garnisonkirche geeignet, Ort der Auseinandersetzung um die sittlichen Grundlagen öffentlichen Handelns und Ort der geistlichen Versöhnung zu sein. Der Wiederaufbau Die Garnisonkirche soll zukünftig als offene Stadtkirche ein Gotteshaus für Suchende und Glaubende und zu einem Zentrum für Frieden und Versöhnung werden, in dem der befreiende Ruf des Evangeliums verkündigt wird. Hier könnte künftig das Gedächtnis geprägt, das Gewissen geschärft und Zukunft gestaltet werden. Dem kirchlichen Nutzungskonzept liegt die Bezugnahme auf die historische Gestalt zugrunde. Das bedeutet eine materialgerechte Wiedererrichtung in traditioneller Ziegelbauweise mit weitgehender Annäherung an die historische Baugestalt von 1732 – ohne die späteren Veränderungen. Das nachgebildete, 1991 von der Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel gestiftete Carillon soll seinen Platz auf der Höhe des Turmes erhalten. Eine Maßnahme, die Arbeit schafft Baurechtlich ist das Gesamtvorhaben ein Neubau, was zwingend die Anwendung heute gültiger Baunormen vorschreibt. Eine solch anspruchsvolle Bauaufgabe in alter Handwerkstradition zu lösen, schafft in der Region Arbeitsplätze verschiedener Gewerke – auch ein Beitrag zur Versöhnung. Ein in dieser generationsübergreifenden Weise durchgeführtes Projekt gemeinsamer Arbeit wird die allgemeine Akzeptanz ganz erheblich fördern. Nicht zuletzt dürfte die Touristenstadt Potsdam von der Wiedergewinnung einer Architekturleistung von europäischem Rang profitieren und weiter an Aufmerksamkeit gewinnen. Besuchen Sie die Ausstellung zur Garnisonkirche, Breite Straße 7 in 14467 Potsdam (gegenüber IHK-Gebäude) Geöffnet: Mittwochs bis sonntags 13 bis 18 Uhr

Das Innere der Garnisonkirche nach dem neubarocken Umbau 1898/99 mit wilhelminischem Prunk, Foto 1911
Das Innere der Garnisonkirche nach dem neubarocken Umbau 1898/99 mit wilhelminischem Prunk, Foto 1911