Hoch erhobenen Hauptes aus der Saison

Templiner Vorstadt, den 14.05.2012
Hoch erhobenen Hauptes verabschiedeten sich die Bundesliga-Wasserballer des OSC Potsdam am Sonnabend aus der Saison. Im Play-Off-Viertelfinale verloren die Mannen der Trainer André Laube und Alexander Tchigir nach hartem Kampf 6:12 (2:3, 4:2, 0:5, 0:2) gegen den SV Bayer Uerdingen. Im Auftaktmatch der Best-Of-Three-Serie war der OSC am Mittwoch auswärts noch 4:18 untergegangen, nun bot die junge Truppe den Westdeutschen zumindest eine Halbzeit mehr als nur Paroli.
 
„Es war wichtig, dass wir uns noch einmal bewiesen haben, dass wir es besser können“, war Coach Laube nach dem Spiel erleichtert. „Bayer Uerdingen hat sich über die Saison zu einem sehr starken Team entwickelt und war einfach besser als wir.“ In der Hauptrunde hatte der OSC in der ersten Saisonpartie beider Teams noch 8:7 in Uerdingen gewonnen, unterlag dann aber im Rückspiel am Brauhausberg 7:10. In den Play-Offs präsentierte sich Bayer nun als deutlich reiferes Team und verdrängte Potsdam vom vierten Tabellenrang und damit vom Europapokalplatz. „Das ist in Ordnung“, wertete auch Abteilungsleiter Andreas Ehrl. „Uns fehlt noch etwas die Reife. Die Einstellung am Sonnabend war aber stark. Gerade im zweiten Viertel haben die Jungs sensationellen Wasserball gespielt.“
 
Der OSC geriet bereits nach 21 Sekunden 0:1 in Rückstand. Nach dem Ausgleich von Tobias Lentz setzte sich Bayer mit 1:3 ab. Matteo Dufour in Überzahl erzielte noch vor der ersten Pause den 2:3-Anschluss. Im zweiten Durchgang fing sich der OSC zunächst das 2:4 ein, spielte danach aber wie aus einem Guss. Angetrieben von rund 250 Anhängern markierte David Kleine das 3:4, Kapitän Jacob Drachenberg glich mit einem trockenen Schuss aus der zweiten Reihe zum 4:4 aus. Der zwischenzeitliche Treffer der Gäste tat dem erfrischenden Spiel Potsdams keinen Abbruch. Marc Langer im Konter und Jugend-Nationalspieler Leo Grütte zwei Sekunden vor der Halbzeit erzielten die erste Potsdamer Führung (6:5) des Spiels.
 
Nach der Pause wollte der OSC zu viel und versuchte es mit der Brechstange. Die Fehler der ungestümen Angriffsbemühungen nutzte Uerdingen eiskalt. Trotz hohen kämpferischen Einsatzes der Hausherren ging das dritte Viertel mit 0:5 an die Gäste. Im letzten Durchgang konnte der OSC ebenfalls keinen Treffer erzielen und das Spiel ging 6:12 verloren.
 
„Unterm Strich haben wir eine großartige Saison gespielt“, so Ehrl. „Unsere Zielstellung, der Erhalt der A-Gruppe, haben wir übererfüllt.“ Mit dem vierten Platz der Hauptrunde umging der OSC die schwierigen Relegationsspiele zur B-Gruppe. Das 0:2 in der Serie gegen Bayer bedeutet den fünften Rang für den OSC im ersten A-Gruppen-Jahr in der Deutschen Wasserball-Liga - damit auch das beste Resultat der Vereinsgeschichte. „Natürlich haben wir uns die Teilnahme am Halbfinale erträumt“, bemerkte Laube. „Die Gesamtleistung über die Saison hätten uns aber die wenigsten zugetraut. Die Mannschaft darf stolz auf sich sein.“
 
Potsdam: Dmitriy Gusev, David Kleine (1), Artur Tchigir, Felix Rasehorn, Julian Drachenberg, Jacob Drachenberg (1), Miro Tadin, Christian Saggau, Tobias Lentz (1), Matteo Dufour (1), Leonard Grütte (1), Klaus Einhorn, Marc Langer (1)
 

Bild zur Meldung: Hoch erhobenen Hauptes aus der Saison