Nikolaikirche

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Die erste Kirche aus Feldsteinen wurde an dieser Stelle nach Besitznahme des Gebietes der heutigen Stadt Potsdam durch deutsche Siedler im 13. Jahrhundert erbaut. Im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, ist sie besonders nach den großen Stadtbränden von 1536 und 1550 wesentlich vergrößert worden. Um 1600 wurde die Kirche der Heiligen Katharina geweiht. 1721 riss man jedoch das noch aus dem Mittelalter stammende Gebäude ab und errichtete bis 1724 nach Plänen Philipp Gerlachs eine barocke Bürgerkirche mit dem Namen Nikolaikirche. Der Grundriss hatte die Form eines griechischen Kreuzes, und an der Nordseite erhob sich ein Turm. Die Nikolaikirche war das erste Beispiel eines Zentralbaues in Potsdam. Im Zuge des Neubaues wurde auch der Friedhof, welcher die alte Kirche umgab, verlegt. Im Zuge der Ausgestaltung des Alten Marktes wurde vor dem südlichen Kreuzarm eine Fassade nach Vorbild der Kirche S. Maria Maggoire in Rom errichtet. Seitlich fügte man noch Arkaden für die Marktstände an. Am 3. September 1759 brannten die Kirche und Teile der Gebäude an der Nord- und Westseite des Alten Marktes ab. Währen das Kirchengebäude und der Turm abgetragen und die Mauersteine zum Bau des Schauspielhauses am Alten Markt verwendet wurden, blieb die Fassade bis 1811 stehen. Der heutige Kuppelbau wurde von Karl Friedrich Schinkel nach einer Idee des Kronprinzen und späteren Königs Friedrich Wilhelm IV. entworfen. Ausgeführte wurde der Bau in zwei Bauphasen 1830/37 und 1843/50 von Persius und Stüler, den Schülern Schinkels. Neben dem Entwurf zur äußeren Gestallt lieferte Schinkel auch erste Entwürfe für die Gestaltung des Innenraums. Die Wandmalereien zeigen Gestalten aus dem Neuen Testament und stammen von Peter von Cornelius. Die Statuen in der Kuppel (Gestalten des Alten Testaments) wurden von Tieck, Afinger, Kiß, Wittig und anderen Schülern Rauchs gestaltet. Im Zweiten Weltkrieg wurden Kirche und Kuppel schwer beschädigt (die Orgel wurde zerstört), in den Jahren 1947/50 sowie 1955/60 wurde ihr eine neue Kuppelkonstruktion aufgesetzt. 1969/72wurde die Ecktürme und 1975/77 der Portikus wiederhergestellt. 1981 wurden nach Fertigstellung des Innenraums und 35-jähriger Pause wieder Gottesdienste in der Potsdamer Hauptpfarrerkirche St. Nikolai abgehalten. (SR)

Am Alten Markt
14467 Potsdam

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Öffnungszeiten:
Täglich 10-19 Uhr


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Aktuelle Meldungen

Abend der Chöre: Fast 1500 Besucher in der Nikolaikirche Potsdam

(27.06.2011)

Der große Abend der Chöre am Samstag in der Nikolaikirche Potsdam vereinigte im einem fünfstündigen non-stop-Programm 14 Chöre und Ensembles mit 350 Sängerinnen und Sängern aus Potsdam, Nordrhein-Westfalen, Dänemark und Österreich. Die Sänger aller Altersstufen boten einen weiten Blick in die Chorliteratur aus Vergangenheit und Gegenwart und lockten mit ihren fröhlichen, schwingenden und mit Begeisterung aufgenommenen Programmen 1450 Zuhörer an. Kanons und Abendlieder bezogen alle Anwesende in den Gesang ein und begleiteten einen stimmungsvollen Chorabend zur Mittsommernacht.

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Adventssingen Potsdamer Chöre ausverkauft

(16.12.2010)

An diesem Adventssonntag finden die traditionellen Adventssingen Potsdamer Chöre in der Nikolaikirche Potsdam statt. Rund 400 Sängerinnen und Sänger aus vielen Chören und Chorgruppen der Stadt – Kinder und Erwachsene – singen adventliche und weihnachtliche Chorsätze, Motetten und Lieder. Auch die Zuhörer sind zum Mitsingen verschiedener Lieder eingeladen. Die beiden Adventssingen, seit 1981 veranstaltet, sind Sammelpunkt für viele Potsdamer vor dem Heiligen Abend. Wie in der Vergangenheit sind die Veranstaltungen auch diesmal seit langem ausverkauft.

 

Ingrid Rügen

Musik an St. Nikolai Potsdam e.V. 

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Sanierung der Nikolaikirche beendet

(29.09.2010)

Der Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Potsdamer Nikolaikirche wird am Sonntag mit einem Dankgottesdienst gefeiert. Das wurde am Mittwoch miotgeteilt. Die Fassade des klassizistischen Bauwerks, das zu den bedeutendsten Arbeiten des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) zählt, wurde seit 2002 für mehr als sechs Millionen Euro
erneuert.

Die Nikolaikirche wurde 1837 eingeweiht, aber erst 13 Jahre später endgültig fertiggestellt. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Denkmal zerstört und in der DDR bis 1981 wieder aufgebaut. Die Bundesregierung hat die Nikolaikirche als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft.

Die Fassadensanierung in den vergangenen Jahren wurde unter anderem mit Zuschüssen des Bundes, der evangelischen Landeskirche, ser Stadt Potsdam und verschiedener Stiftungen sowie durch einen Kredit finanziert. Die Gemeinde hat sich dafür für rund 30 Jahre bei zwei Kirchengemeinden in Westdeutschland verschuldet.

 

(Text: RBB)

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Potsdam gedenkt Bombardierung von 1945

(14.04.2010)

Bei einer Gedenkveranstaltung in der Nikolaikirche erinnert Potsdam am Mittwoch an die Zerstörung der Stadt durch einen Angriff britischer Bomber vor 65 Jahren.

Bei dem Angriff auf die bis dahin weitgehend unzerstörte Stadt am 14. April 1945 waren 1593 Menschen ums Leben gekommen. Die Potsdamer Innenstadt wurde stark zerstört, unter anderem wurden die Nikolaikirche und das Stadtschloss Am Alten Markt schwer beschädigt.

 

Die Kirche war zu DDR-Zeiten wieder aufgebaut worden, die Ruinen des Schlosses wurden gesprengt. An gleicher Stelle entsteht nun der neue brandenburgische Landtag mit der nachgebildeten Fassade des Stadtschlosses.

 

(Text: RBB)

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Neue Glocken für Potsdamer Nikolaikirche

(25.03.2010)

Die Nikolaikirche in Potsdam hat neue Glocken erhalten. Am Mittwochmorgen wurden die zwischen 1,7 Tonnen und 590 Kilogramm schweren Glocken mit einem Kran in die vier 35 Meter hohen Glockentürme des Kuppelbaus gehoben. Wie die Gemeinde mitteilte, soll das volle Geläut erstmals am Ostersonntag erklingen. Die Glocken sollen dabei in einem Festgottesdienst einzeln vorgestellt werden.

Bereits am Sonnabend waren die vier neu gegossenen Bronzeglocken mit einem feierlichen Umzug durch die Potsdamer Altstadt offiziell in Empfang genommen worden. Das insgesamt 145.000 Euro teure Geläut ist eine Spende der Stiftung Preußisches Kulturerbe.

Die Dankes-, Vaterunser-, Gebets- und Lobesglocke ersetzen die bisherigen Glocken aus Stahlguss, die im Jahr 1922 in den Schinkelbau eingesetzt wurden.

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Neues Bach-Cembalo für Bachtage Potsdam

(18.03.2009)

Ein neues Instrument, das nach historischen Vorlagen des Baumeisters Michael Mietke (um 1700) vom niederländischen Instrumentenbaumeister Jan Kalsbeek erbaut wurde, wird nach Potsdam geschenkt. Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Jürgen Brüggemann, der inzwischen in Kleinmachnow lebt, schenkt das wertvolle Tasteninstrument an die Brandenburgische Bach-Gesellschaft für die Arbeit der Bachtage Potsdam. Es wird im Rahmen eines Empfanges am 21. März (Bachs Geburtstag) zur Veranstaltung BACH IN SANSSOUCI übergeben werden. Erstmals erklingt das Instrument in einem Konzert mit der tschechischen Flötistin Jana Semerádová und Björn O. Wiede (Samstag 12 Uhr). In einer weiteren Veranstaltung am Abend, die ausverkauft ist, ist das neue Bach-Cembalo in einer Reihe von Konzerten Titel „Ein Brandenburgisches Konzert" zu hören.

 

Hintergrund: Michael Mietke (1671 bis 1729), Instrumentenbauer am preussischen Hofe, erfreute sich wegen der Qualität seiner Cembali eines ausgezeichneten Rufes. Das wird dadurch deutlich, dass Johann Sebastian Bach von Köthen aus mehrere Instrumente bei Mietke bestellt haben soll und im Jahre 1719 eigens nach Berlin kam, um von ihm ein neues zweimanualiges Instrument wie das von Jan Kalsbeek hergestellte für die Hofkapelle des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen zu erwerben. Die Instrumente sind wegen ihrer zeichnenden Kraft und dem silbrigen Klang der Messingsaiten in besonderer Weise für die polyphone Musik Bachs geeignet.

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Der letzte Engel kehrt zurück nach Potsdam

(16.03.2009)

Am kommenden Freitag wird der vierte Turmengel restauriert auf die Potsdamer St. Nikolaikirche zurückkehren. Von den vier Turmengeln, die im Zuge der Außenhüllensanierung restauriert wurden, hat dieser eine besondere Geschichte:  

 

Bei dem Artilleriebeschuß der St. Nikolaikirche durch sowjetische Truppen Ende Mai 1945 wurde er als einziger getroffen. Er stürzte aus mehr als 40 Metern Höhe ab und wurde komplett zerstört. Nur seine "Seele", das innere Stützgerüst, konnte geborgen werden. Als der Beschluß zum Wiederaufbau der St. Nikolaikirche gefaßt wurde sollten natürlich auch alle Turmengel wieder auf ihren Türmen über die Stadt wachen. Der verlorene Engel des Südwestturms mußte nachgegossen werden - in der DDR unmöglich. Denn das ursprüngliche Zinkgußverfahren, aus dem alle vier Turmengel bestehen, war in der DDR verboten. Trotzdem gab es plötzlich, Mitte der 1950er Jahre, wieder einen vierten Turmengel - mit originaler Seele, den Körper in Zinkguß nachgegossen nach dem Vorbild seiner Geschwister. Dieser Engel lag, wohl um Nachfragen zu vermeiden, einige Jahre unbeachtet im Keller der noch lange nicht wiederhergestellten St. Nikolaikirche, bis er zurück auf seinen Turm kam. Es läßt sich heute nicht mehr nachvollziehen, wo der Engel gegossen wurde und welche Werkstatt ihn angefertigt hat. Wurde er im Westen hergestellt und dann nach Potsdam gebracht? Oder doch heimlich im Osten? Diese Vorgänge sind leider nicht dokumentiert.  

 

Bei der Wiederherstellung ist den Restauratoren ein prägnanter Fehler unterlaufen: die Engel halten ihre Hände schützend über Potsdam, der Stadt zugewandt. Zwei betend, zwei segnend. Anstatt dem vierten Engel seine ursprünglich betenden Hände  zurückzugeben, bekam er segnende Arme. Und so hat er, zusammen mit den drei anderen Turmengeln, die noch original aus der Bauzeit der Kuppel um 1850 stammen, die letzten fünf Jahrzehnte über Potsdam gewacht und seine Hände gehalten. Bei der notwendigen Restaurierung hat er jetzt auch einen neue Seele aus Edelstahl bekommen - die alte war zu stark korrodiert, um noch als Stützgerüst dienen zu können. Auch wurde er gesandelt, wie die drei anderen Engel, obwohl er als einziger diesen Farbanstrich nie hatte. Denn nach 1945 waren alle Engel soweit abgewittert, das von der ursprünglichen Farbgebung nichts mehr übrig war.  

 

Und die Arme? Die bleiben so, wie sie Mitte der 1950er Jahre gegossen wurden: segnend. Der Fehler von damals hätte im Zuge der Restaurierung korrigiert werden können. Doch neben den zusätzlichen Kosten gab ein gewichtiges Argument den Ausschlag: der segnende Engel vom Südwestturm hat eine eigene Geschichte. Und er wacht seit mehr als fünfzig Jahren segnend über Potsdam und steht damit für einen eigenen Abschnitt der Kirchen- und Stadtgeschichte.  

 

Sie sind herzlich eingeladen, am kommenden Freitag bei der Aufsetzung des Engels dabeizusein. Um 11:00 Uhr wird ein Spezialkran den aus Ottendorf-Okrilla angelieferten Engel auf seinen Turm heben.

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Stadtschloss-Konzerte am 8. und 9. April

(07.04.2008)

In Erinnerung an die legendären Stadtschloss-Konzerte im Innenhof des Potsdamer Stadtschlosses finden am 8. und 9. April zwei Benefiz-Stadtschloss-Konzerte statt. Am 8. April um 19.30 Uhr wird der Groot Nederlans Mannenchor in der Potsdamer Nikolaikirche unter der Leitung von Martin Mans (Dirigent) und Jan Vayne (Klavier) geistliche und weltliche Chormusik präsentieren. Das selbe Konzert wird am Tag darauf in Berlin im Kammermusiksaal um 20.00 Uhr stattfinden. Chor, Dirigent und Pianist verzichten auf Honorar zugunsten des Potsdamer Stadtschlosses. Der Eintritt ist daher frei, Spenden willkommen.


Unterstützung erhält das Potsdamer Stadtschloss dabei nicht nur von Seiten der holländischen Musiker, sondern auch von der Niederländischen Botschaft in Berlin: Der Gesandte, Derk Oldenburg, hat auf persönliche Anfrage der Bürgerinitiative "Mitteschön" spontan sein Kommen zugesagt und wird am 8. April in der Nikolaikirche ein Grußwort halten. Ebenfalls ein Grußwort hält der Schloss-Vereinsvorsitzende Michael Schöne. Organisiert wurde das Konzert vom Nikolaikantor Björn O. Wiede, der die Tradition der Schloss-Innenhof-Konzerte seit 2001 wiederbelebt hat. Auch vor den Montags-Mitteschön-Demos im vergangenen Jahr hat er regelmäßig zu Orgelkonzerten in die Nikolaikirche eingeladen.

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