Crystall und Muschelgrotte

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Im Neuen Garten entstand zwischen 1791/92 und 1794 am Ufer des Jungfernsees auf königlichen Befehl Friedrich Wilhelms II. ein künstlicher Grottenbau. Das Äußere sollte nicht als Kunstwerk erscheinen, sondern den Eindruck eines urtümlich wilden, gewachsenen Naturprodukts vermitteln, einbezogen in die Umgebung mit Ausblick auf die weiten Wasserflächen. Im Gegensatz zum „natürlichen“ Außenbau aus Raseneisenerz, Kalktuff, Gipsstein und Schlacke stand die aufwendige, detailfreudige und farbige Innendekoration der drei Kabinette. Für die Grottierung der durch Spiegel, Nischen und Fenstertüren gegliederten Wände kamen neben farbig unterlegtem Marienglas, grünem Serpentinit oder Glasfluss auch Muscheln zur Anwendung. Durch ihren Standort direkt an der Havel, dem ehemaligen „Grenzfluss“ nach der Teilung Deutschlands zwischen Potsdam und Berlin-West, lag dieses Baudenkmal im Grenzstreifen und war dem Verfall preisgegeben. Seit der Wiedervereinigung 1989 konnte durch die Erneuerung der Dachkonstruktion und einer Sicherung der einstigen Grottierung der unausweichliche Untergang gestoppt werden. Nun geht es um die denkmalgerechte Restaurierung und Rekonstruktion der Fassade und der einst prunkvollen Innenräume. Hierbei wird die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg vom "Förderkreis Muschelgrotte im Neuen Garten Potsdam e.V.“ tatkräftig unterstützt. (mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)